Jonny Clayton gehört seit Jahren zu den markantesten Gesichtern im Profi-Darts. Der Waliser mit dem Spitznamen „The Ferret“ steht für Kampfgeist, unaufgeregte Bühnenpräsenz und eine Karriere, die zeigt, wie weit man mit Bodenständigkeit und Arbeitsethos kommen kann.

Wer nach „Jonny Clayton“ sucht, landet schnell bei den großen TV-Titeln: Premier League, World Grand Prix, Masters – und dazu ein World-Cup-Doppel, das Wales auf der Darts-Landkarte endgültig zementiert hat. Gerade auf der großen Bühne der PDC ist Clayton ein Spieler, der sich nie zu schade ist, auch gegen die absoluten Stars den ersten Schritt zu machen.

Dieses Porträt bündelt den Werdegang von Jonny Clayton, seine wichtigsten Erfolge, die entscheidenden Jahre 2023 bis 2025 – inklusive der vergangenen beiden Darts-Weltmeisterschaften – sowie Einblicke in Privatleben, Beruf und die Geschichte hinter seinem Image.

Vom Pub-Spieler zur PDC-Konstanz – Jonny Claytons Weg

Jonny Clayton wurde am 4. Oktober 1974 in Llanelli (Wales) geboren und wuchs in Pontyberem auf – einer Gegend, in der Sport und Gemeinschaft traditionell großgeschrieben werden. Darts spielt er seit 1995, doch der spätere Durchbruch war kein geradliniger Sprint, sondern eher ein zäher Dauerlauf.

Seine professionelle Laufbahn führte ihn zunächst in das BDO-Umfeld, bevor er 2015 in der PDC ankam und sich dort mit einer Tour Card dauerhaft etablierte. Der Weg in die Spitze war dabei nicht nur sportlich, sondern auch mental: Clayton war lange der Spieler, der „sehr gut“ war – und dann Schritt für Schritt zum Spieler wurde, der Titel gewinnt.

Sein Markenzeichen: ein ruhiges Auftreten, ein direkter Wurf und die Fähigkeit, in langen Formaten nicht einzuknicken. Wenn Jonny Clayton ins Rollen kommt, wirkt es oft so, als würde er das Spieltempo bestimmen – ohne große Show, aber mit maximaler Konsequenz auf die Doppel.

Walk-on-Song, Spitzname und Spielstil: „The Ferret“ auf der Bühne

Schon bevor der erste Dart fliegt, ist bei Jonny Clayton vieles eindeutig: Sein Walk-on-Song ist „Johnny B. Good“ von Chuck Berry – ein Klassiker, der zu ihm passt, weil er leichtfüßig daherkommt und trotzdem Druck macht. Der Song ist bei großen Turnieren zu einem festen Erkennungszeichen geworden.

Der Spitzname „The Ferret“ – das Frettchen –  steht ebenfalls für diese Mischung aus Beharrlichkeit und Wendigkeit: Clayton bleibt dran, gräbt sich in Matches hinein und findet oft Wege zurück, wenn andere längst kippen. Genau das macht ihn so unangenehm zu bespielen – und so wertvoll für große Turnierwochen.

Taktisch lebt Jonny Clayton von Rhythmus und Kontrolle. Er ist kein Spieler, der permanent den 110er-Average braucht, sondern einer, der mit sauberem Scoring die Chance vorbereitet und dann zuschlägt. Gerade in engen Legs zeigt Clayton häufig, warum er über Jahre in den oberen Regionen der Weltrangliste mitmischt.

Privatleben, Familie und erlernter Beruf: Bodenständig trotz Weltbühne

Auch abseits des Oche ist Jonny Clayton kein Lautsprecher. Clayton ist verheiratet (Ehefrau Ellen) und hat zwei Kinder. Diese familiäre Basis ist ein häufiges Motiv in seinen Aussagen – vor allem, wenn es um Motivation und Belastung durch die Tour geht.

Bevor Darts zum Vollzeitberuf wurde, arbeitete Jonny Clayton als Verputzer (Plasterer) für den Carmarthenshire County Council. Bemerkenswert: Er hielt diesen Job noch mehrere Jahre parallel zur Profi-Karriere – und stieg erst 2022 komplett auf „Fulltime Darts“ um. Das erklärt, warum Clayton in Interviews oft besonders realistisch über Arbeit, Reisen und den Wert von Stabilität spricht.

Seine sportliche Heimat war lange auch der Rugbyplatz: Clayton spielte als Scrum-half und war Kapitän eines Amateur-Rugby-Union-Klubs. Und weil bei ihm vieles persönlich bleibt, ist auch sein Trikotdetail ein Statement: Die „97“ am Kragen steht als Zeichen des Respekts für die Opfer der Hillsborough-Katastrophe.

Größte Erfolge von Jonny Clayton im Überblick

Die Karriere von Jonny Clayton ist außergewöhnlich, weil sie mehrere Peak-Phasen kennt – vor allem das Jahr 2021 als Titeljahr und die starke Turnierkonstanz in den folgenden Saisons. Die wichtigsten Meilensteine:

Erfolg Jahr / Einordnung
PDC Masters – Sieger 2021 (erster großer individueller TV-Titel)
Premier League Darts – Sieger 2021 (Welsh-Premier-League-Sieger)
World Grand Prix – Sieger 2021
World Series of Darts Finals – Sieger 2021
PDC World Cup of Darts – Sieger (Team, Wales) 2020 und 2023 (mit Gerwyn Price)
World Matchplay – Finalist 2023 (Runner-up)
PDC World Championship – Viertelfinale 2023 (bestes WM-Ergebnis)
European Tour Titel u. a. Austrian Darts Open 2018 & 2023; Dutch Darts Championship 2025
Players Championship Titel mehrfacher Sieger (u. a. 2023, 2024, 2025)

 

Die Jahre 2023 bis 2025: Erfolge, Rückschläge und die letzten beiden Darts-WMs

Für viele Fans ist Jonny Clayton spätestens seit 2023 endgültig „oben angekommen“. In diesem Jahr spielte er sich in einen großen TV-Finalabend beim World Matchplay – am Ende blieb nach einem 6:18 gegen Nathan Aspinall „nur“ Platz zwei, doch der Weg dorthin festigte seinen Ruf als Turnierspieler.

Parallel gewann Clayton mit Wales den World Cup of Darts 2023 – ein Titel, der bei ihm (als bekennendem Teamplayer) sichtbar Spuren hinterlässt. Auch bei der Darts-WM 2023 zeigte er seine Klasse: Jonny Clayton erreichte das Viertelfinale und musste sich dort Dimitri Van den Bergh geschlagen geben.

2024 war dann das Jahr, in dem Clayton zwar weiter präsent blieb, aber bei der ganz großen Bühne einen Dämpfer hinnehmen musste: Bei der Darts-WM  kam er bis in die vierte Runde, wurde dort jedoch von Rob Cross mit 0:4 Sätzen gestoppt. Für einen Spieler, der auf langen Runs baut, war das ein bitterer Schnitt – zumal Cross an diesem Abend praktisch fehlerfrei wirkte.

Darts-WM 2024 & 2025: Zwei Runs, zwei Stopps

Im Kalenderjahr 2025 drehte Jonny Clayton sportlich wieder auf mehreren Ebenen auf. Bei der Darts-WM 2025 erreichte er erneut die vierte Runde, diesmal endete der Lauf mit 2:4 gegen seinen Landsmann Gerwyn Price. Das Ergebnis klingt enger, als es sich phasenweise anfühlte: Price nahm Clayton in den entscheidenden Momenten die Luft – typisch für Duelle zweier Waliser, die sich bestens kennen.

Abseits der WM setzte Clayton 2025 echte Ausrufezeichen: Er stand im Finale des World Masters (Niederlage in einem Decider gegen Luke Humphries), erreichte das Halbfinale der UK Open und holte Titel auf der Tour – darunter ein Players-Championship-Sieg sowie den European-Tour-Triumph bei der Dutch Darts Championship.

Unterm Strich zeigen 2023 bis 2025 vor allem eins: Jonny Clayton bleibt relevant. Er ist nicht nur „einmal gut gewesen“, sondern seit Jahren ein Faktor – mit großen Finals, starken Turnierwochen und dem Profil eines Spielers, der jederzeit wieder in ein Major-Halbfinale einziehen kann.

Zitate: Jonny Clayton über sich – und Stimmen über „The Ferret“

Jonny Clayton über eine der schwersten Phasen seiner Karriere (nach dem Tod seines Vaters): „Ich will ehrlich sein: Ich hatte kein Interesse. Es bedeutete mir nichts mehr.“

Jonny Clayton nach dem World-Cup-Triumph (Wales gegen England): „Diese Rivalität ist riesig – gegen England zu gewinnen, ist ein Traum, der wahr wird.“

Nathan Aspinall über Clayton nach dem World-Matchplay-Finale 2023: „Er ist ein Gentleman des Spiels – ein Aushängeschild für unseren Sport.“

Fazit

Jonny Clayton ist der Beweis, dass Weltklasse im Darts nicht nur aus Talent entsteht, sondern aus Haltung. „The Ferret“ kombiniert technische Stabilität mit einem Mentalitätsprofil, das in langen Turnieren Gold wert ist.

Wer Jonny Clayton als reinen „2021-Helden“ abstempelt, übersieht seine Konstanz: World Matchplay Finale 2023, World-Cup-Titel, starke Runs 2024/2025 und zwei weitere vierte Runden bei der WM. Genau deshalb bleibt Jonny Clayton ein Name, den man bei jeder Auslosung ernst nehmen muss.

 

Faktenbox – Jonny Clayton

Kategorie Angabe
Name Jonny Clayton
Spitzname The Ferret
Geburtsdatum 4. Oktober 1974
Geburtsort Llanelli, Wales
Wohnort / Heimat Pontyberem, Wales
Hand Rechtshänder
Walk-on-Song „Johnny B. Goode“ – Chuck Berry
PDC seit 2015 (Tour Card)
Bester WM-Erfolg Viertelfinale (2023)
Erlernter Beruf Verputzer (Plasterer), u. a. beim Carmarthenshire County Council
Familie Verheiratet (Ellen), zwei Kinder
Fußball Fan von Liverpool (England)

 

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