Gary „The Flying Scotsman“ Anderson wurde am 22. Dezember 1970 im schottischen Musselburgh geboren. In der Darts-Szene ist er für seine konstant hohen Aufnahmen und (zumindest war dies früher so) für seine nicht ebenbürtig ausgeprägte Doppelstärke bekannt. Anderson hat drei Söhne. Ryan und Joel mit seiner Ex-Frau Rosemary und Tai mit seiner Lebenspartnerin Rachel. Der Schotte gilt als einer der talentiertesten Spieler, der jemals den Dartsport als Profi betrieb. Ihm geht vieles leicht von der Hand. Mit 25 Jahren spielte Anderson das erste Mal Darts – mit Freunden auf dem Campingplatz. Laut (von ihm erzählter) Legende warf er seine erste 180, als er das zweite Mal am Board stand. Einen Trainer oder Förderer hatte er nie. Überhaupt trainierte Anderson über viele Jahre hinweg nur sehr wenig. Er mache es eben auf seine Art, so der eher kamerascheue Anderson. Zumindest was das Scoren angeht, klappte es schon früh für ihn. Der ehemalige Dart-Profi und jetzige Sky-Experte Wayne Mardle sagte mal über Anderson, dass jeder Spieler ein großes Problem habe, wenn Anderson anfange, seine Doubles zu treffen. Im Jahr 2000 entschied der fliegende Schotte sich, Profi in der BDO zu werden. Anderson gewann gleich das zweite Turnier, für das er sich qualifizierte. Im Finale der Welsh Open 2001 besiegte er John Walton. Alles schien bereit für einen kometenhaften Aufstieg, doch die großen Erfolge blieben lange aus. Ein Grund dafür könnte die schon erwähnte Trainingsfaulheit des späteren Weltmeisters sein. 2007 dann der Durchbruch: Zunächst gewann er mit der International Darts League sein erstes Major bei der BDO, um gleich darauf bei der World Darts Trophy von Sieg zu Sieg zu eilen. Mehr erfahren

Bei dem gemeinsamen Turnier von BDO und PDC besiegte er auf dem Weg ins Finale Größen wie Wayne Mardle, Roland Scholten, Mervyn King, James Wade, Adrian Lewis, Mark Webster, John Part, Peter Manley und Andy Hamilton. Im Endpsiel traf er auf den großen Phil Taylor und gewann mit 7:3 den prestigeträchtigen Titel. Anderson war in der Weltspitze angelangt und konnte in den darauffolgenden Jahren mehrere große Turniere gewinnen. Er galt als einer der besten Spieler der BDO. Nach der 3:5-Viertelfinalniederlage bei der Lakeside World Professional Darts Championship 2009 gegen Tony O’Shea zeigte er, dass er immer noch nicht die nötige Reife eines professionellen Sportlers hatte: Anderson warf seine Darts in einen nahegelegenen See und machte erst mal eine Pause.

Nach Monaten der Spekulationen verkündete Anderson am 9. Februar 2009 seinen Wechsel zur PDC. Den Vertrag unterschrieb er vor laufenden Kameras. “Von nun an muss ich mich richtig anstrengen”, sagte Anderson damals. In seinem ersten TV-Spiel bei der PDC schaffte er in einer Exhibition einen 3-Dart-Average von 107. Bei seinem WM-Debut im selben Jahr besiegte er in Runde eins Jamie Caven, scheiterte dann aber in Runde zwei an Ronnie Baxter.

2010 erreichte “The Flying Scotsman” bei den UK Open sein erstes PDC-Major-Finale. Er unterlag Taylor mit 5:11. 2011 startete sehr gut für Anderson. Bei der Weltmeisterschaft zeigte er sich in der Form seines Lebens. Er spazierte geradezu durchs Tableau – bis ins Finale gegen Adrian Lewis. In Runde zwei setzte er zudem beim 4:0-Erfolg gegen Andy Smith einen neuen Rekord, als er mit 108,39 den bis dahin höchsten jemals erzielten 3-Dart-Average bei einer Weltmeisterschaft spielte. Der Schotte hatte in jedem WM-Spiel einen Average von über 100 – außer im Finale. Anderson verlor knapp mit 5:7 gegen Adrian Lewis, der im Finale einen 9-Darter spielte.

Anderson nahm seine gute Form mit in die Saison 2011. Bei einem UK Open Qualifier spielte er den höchsten Average, der jemals in einem offiziellen Darts-Turnier geworfen wurde. Mit einem Schnitt von 133,35 Punkten pro Aufnahme schickt er Arron Monk mit 6:1 nach Hause. Mit dem Gewinn der Premier League (bei seinem Debüt) holte er sich seinen ersten Major-Titel bei der PDC und revanchierte sich gleichzeitig für die WM-Finalniederlage. Er gewann das Endspiel gegen Lewis mit 10:4. Anderson war ganz oben in der PDC angekommen. Er sollte tief fallen.

Auf dem Gipfel seines Erfolgs beginnt die vielleicht schwierigste Zeit seines Lebens. Im Herbst 2011 stirbt sein Bruder im Alter von 35 Jahren an einem Herzinfarkt. Ein halbes Jahr später stirbt Andersons Vater. Außerdem trennen sich seine Frau Rosemary und er. Der Schotte hat keine Lust mehr auf den Sport, seine Performances schwanken stark. Anderson verliert immer mehr Plätze in der PDC Order of Merit. Im Sommer 2012 wird er für drei Turniere gesperrt, weil er bei den German Darts Championships 2012 in Berlin sein Erstrunden-Match aufgibt. Laut Verbandsangaben ohne erkennbaren Grund. Es kommen körperliche Rückschläge dazu. Vor allem seine Augenprobleme machen ihm zu schaffen. Auf eine Brille oder Kontaktlinsen verzichtet er aber, weil er damit nach eigenen Aussagen nicht klarkomme.

Erst im Februar 2014 gewinnt Anderson erneut ein Turnier. In Hildesheim bezwingt er im Finale Justin Pipe mit 6:5. Der Sieg schien das Ende seiner Leidenszeit eingeläutet zu haben. Weitere Turniersiege folgen. Dann kommt die WM 2015.

Anderson startete schwach ins Turnier, ließ sich in der ersten Runde vom sehr außergewöhnlichen Wurfstil seines Gegners Scott Kirchner aus der Fassung bringen. Der US-Amerikaner schmiss immer einen ersten imaginären Probedart, bevor er den ersten Pfeil seiner Aufnahme warf. “The Flying Scotsman” gewann am Ende dennoch mit 3:1. In Runde zwei drehte Anderson einen 1:3-Rückstand gegen Jelle Klassen noch in einen 4:3-Sieg. Danach gab es lockere Erfolge gegen den Spanier Christo Reyes, seinen Landsmann Peter Wright und den Niederländer Raymond van Barneveld. Es folgte eines der spannendsten Endspiele der WM-Geschichte, in dem Anderson am 4. Januar 2015 mit 7:6 gegen Phil „The Power“ Taylor triumphierte und somit erstmals Weltmeister wurde.

2015 gewann Anderson die Premier League. Damit wer er erst der zweite Spieler nach Phil Taylor, der im selben Jahr den WM- und den Premier-League-Titel holte. Darüber hinaus spielte Anderson eine mittelmäßige Saison für einen Weltmeister. Rechtzeitig zur möglichen Titelverteidigung war er aber wieder in Topform sein. Der Schotte marschierte ins WM-Finale und gab dabei insgesamt nur zwei (!) Sätze ab. Im Halbfinale gelang ihm gegen den Niederländer Jelle Klassen der einzige 9-Darter der WM. Im Finale kam es zur Neuauflage des Endspiels von 2011 gegen Adrian Lewis. Diesmal gewann Anderson mit 7:5 und verteidigte damit eindrucksvoll seinen Weltmeistertitel.

Mit 34 geworfenen 180ern in einem Spiel stellten die beiden Kontrahenten einen neuen Rekord auf. Gary Anderson ist damit nach Eric Bristow, Raymond van Barneveld und Adrian Lewis erste der vierte Spieler, der seinen ersten WM-Titel verteidigen konnte.

In der Saison 2016 konnte Anderson das vierte Qualifikationsturnier zu den UK Open gewinnen. Im Finale schlug er James Wade mit 6:1. Bei den UK Open selbst musste Anderson sich in der Runde der letzten 32 völlig überraschend dem Amateur Barry Lynn mit 3:9 geschlagen geben. In der Premier League qualifizierte er sich als Dritter fürs Halbfinale, wo er sich dann aber Phil Taylor mit 7:10 geschlagen geben musste.

Darüber hinaus gab es für den Schotten in den ersten Monaten der Saison viele frühe Niederlagen. Richtung Sommer sollte sich das ändern. Anderson gewann die Dubai Masters (11:9 gegen van Gerwen) sowie die Auckland (11:7 gegen Adrian Lewis) und die Japan Darts Masters (8:6 gegen van Gerwen). Zudem erreichte er das Finale des World Grand Prix (2:5 gegen van Gerwen) und die Halbfinals beim Grand Slam, der Champions League of Darts und dem World Matchplay. Seit November 2016 spielt Anderson, der seit Jahren eine Sehschwäche hat, tatsächlich auch mit Brille.

Bei der WM 2017 hat der Flying Scotsman den dritten Titel in Folge verpasst. Im Finale war er gegen einen fast schon außerirdisch spielenden Michael van Gerwen beim 3:7 chancenlos. Anderson spielte sich über Siege gegen Mark Frost (3:0), Andrew Gilding (4:0) und Benito van de Pas (4:2) ins Viertelfinale, wo es zu einem hochklassigen Duell mit Dave Chisnall kam. Nach einigen Schwierigkeiten setzte sich Anderson mit 5:3 durch, obwohl Chisnall mit 21 geworfenen Maxima einen Allzeit-Rekord einstellte. Im Semifinale besiegte der Schotte seinen Landsmann Peter Wright mit 6:3. Das Endspiel des wichtigsten Turniers der Welt hatte dann außer einem 9-Darter eigentlich alles zu bieten. Noch nie wurden so viele 180er in einer Partie geworfen (42), noch nie ein hat einzelner Spieler so viele Maxima geworfen wie Gary Anderson (22), der damit Dave Chisnall den drei Tage zuvor aufgestellten Rekord wieder abnahm. Genützt hat es dem „Flying Scotsman“ aber nichts, gegen van Gerwen war an diesem Abend kein Kraut gewachsen.

Beim ersten Major des Jahres gab es erneut das Finale Anderson gegen van Gerwen. Und wieder setzte sich die Nummer eins der Welt durch. Trotz einem Average von 103,58 verlor „The Flying Scotsman“ das Finale des Masters mit 7:11 gegen van Gerwen, der mit einem Punkteschnitt von 109,42 erneut brillierte.

Bei den UK Open verlor Anderson völlig überraschend gleich seine erste Partie gegen den relativ unbekannten Paul Hogan (9:10). In der Premier League war für Anderson im Halbfinale Schluss – wieder trug sein Aus den Namen van Gerwen. Beim World Cup of Darts verlor er an der Seite von Peter Wright völlig überraschend in Runde eins mit 2:5 gegen Singapur. Anderson gewann das Dubai Masters, konnte dabei MVG endlich mal wieder in einem Finale besiegen (11:7).

Beim World Matchplay musste Anderson sich nach einem 10:7 zum Auftakt gegen Christian Kist im Achtelfinale Daryl Gurney mit 9:11 geschlagen geben.

 

Sven Scharf

 

Gary „The Flying Scotsman“ Anderson

Informationen & Statistiken

Name Anderson
Vorname Gary
Spitzname The Flying Scotsman
Land Schottland
Geburtsdatum 22.12.1970
Geburtsort Eyemouth / Schottland
Familie geschieden (in einer Beziehung; drei Kinder)
vorher ausgeübter Beruf
PDC-Rang 2
beste PDC-WM-Platzierung Weltmeister 2015/2016
Darts / Ausrüster 23g Unicorn maestro phase 3 / Unicorn
Einlaufmusik Gruppe House of Pain
Einlaufmusik Titel Jump around

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