James Hurrell ist im internationalen Darts längst kein Geheimtipp mehr: Unter dem Spitznamen „Hillbilly“ hat sich der Engländer vom dominanten WDF-Spieler zum PDC-Profi entwickelt und steht seit 2024 mit einer PDC Tour Card regelmäßig auf der großen Bühne.
Wer James Hurrell heute bei der PDC sieht, erlebt einen Spieler, der sein Selbstvertrauen sichtbar mit auf die Bühne bringt – und dessen Karriere einen klaren roten Faden hat: Schritt für Schritt nach oben, über Jahre harte WDF-Arbeit, bis die Tür zur Profitour endgültig aufging.
Für dartsblog.de schauen wir im Porträt auf die wichtigsten Stationen: die Jahre als WDF-Weltranglistenerster, seine größten Titel und Turnierläufe, seine Bilanz von 2023 bis 2025 (inklusive der letzten beiden PDC-Weltmeisterschaften) und das, was über Privatleben, Familie und Beruf seriös belegt öffentlich bekannt ist.
Vom WDF-Spitzenmann zur PDC Tour Card
Hurrell spielte lange Zeit in der BDO- und WDF-Welt, sammelte dort Erfahrung auf großen Bühnen und war in diesem System mehr als „nur“ ein Mitläufer. Sein Ansehen wuchs, weil er nicht nur solide spielte, sondern auch Titel holte und in Majors tief kam.
Ein klares Ausrufezeichen setzte er im WDF-Kosmos, als er 2022 zeitweise die Nummer 1 der WDF-Weltrangliste war und beim WDF World Championship bis ins Viertelfinale vordrang. Auch im klassischen World Masters schaffte er es zuvor bereits bis ins Viertelfinale (2017) – ein Hinweis darauf, dass sein Niveau auf den großen Events stabil blieb.
Der konkrete Sprung in Richtung PDC gelang über die Zweite Liga des Profi-Systems: Hurrell gewann das letzte Event der PDC Challenge Tour 2023 – ein Erfolg, der ihn endgültig als Kandidaten für die Profitour positionierte. Im Januar 2024 folgte dann der entscheidende Schritt: Über die UK Q-School sicherte er sich erstmals eine PDC Tour Card.
Spielstil, Markenzeichen und Walk-on-Song
Auf der Bühne ist James Hurrell ein Spieler, der über Rhythmus und Scoring kommt, dabei aber immer wieder zeigt, dass er auch unter Druck checken kann. Gerade in engen Set-Partien wirkt er häufig erstaunlich unaufgeregt – ein Punkt, der im PDC-Format mit kurzen Sets oft den Unterschied macht.
Zum Markenbild passt der Spitzname „Hillbilly“: Hurrell spielt seit Jahren mit diesem Image, ohne es zu überdrehen. Sein Walk-on-Song ist passend gewählt: „Hillbilly Rock Hillbilly Roll“ von The Woolpackers – ein Klassiker, der die Fans sofort in Stimmung bringt.
Hurrell ist Rechtshänder und nutzt laut offiziellen Profilangaben 24-Gramm-Darts von Mission. Diese Eckdaten sind für viele Fans interessant, weil sie eine Idee davon geben, wie Hurrell sein Spiel stabilisiert – Gewicht, Griff und Routine sind im Profi-Darts oft entscheidender als spektakuläre Wurfbewegungen.
Größte Erfolge in der Karriere von James Hurrell
- WDF Weltrangliste: zeitweise WDF-Nummer 1 (2022).
- WDF World Championship (Lakeside): Viertelfinale (2022).
- World Masters: Viertelfinale (2017).
- PDC Challenge Tour: Sieger des finalen Events 2023.
- PDC Tour Card: über die UK Q-School erspielt (2024–).
- PDC Players Championship Finals: Achtelfinale (Last 16) 2025.
- PDC World Darts Championship: zweite Runde 2025; Bestleistung bislang Last 16 bei der WM 2026
Diese Stationen zeigen, warum James Hurrell im Darts inzwischen ernst genommen wird: Er hat nicht nur einzelne Überraschungssiege, sondern eine nachvollziehbare Karriere-Kurve – vom WDF-Leader über die Challenge Tour bis zur PDC.
Privatleben und Familienstand
Im Vergleich zu vielen Tour-Profis hält James Hurrell Details aus seinem Privatleben weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus. In verlässlichen Profilen finden sich deshalb keine eindeutig bestätigten Angaben zu Familienstand oder Kindern.
Was hingegen gut dokumentiert ist: Hurrell sprach in Medienberichten über eine schwere gesundheitliche Krise im Jahr 2017, die eine Not-Operation nach einer verdrehten Darmschlinge erforderlich machte und ihn für längere Zeit ausbremste. Aus dieser Phase leitete er eine klare Botschaft ab, die er später auch öffentlich wiederholte: Gesundheit nicht aufschieben, Warnsignale ernst nehmen.
Zitate & Stimmen zu James Hurrell
James Hurrell über den bis dahin größten Sieg seiner Karriere (nach einem WM-Erfolg auf der großen Bühne): „Ich fühle mich großartig – das ist der größte Sieg meiner Karriere.“
Hurrell über sein Selbstbild nach einem Coup gegen einen Topgesetzten: „Ich habe gerade die Nummer vier der Welt geschlagen. Mir ist egal, gegen wen ich als Nächstes spiele.“
Auch die PDC beschreibt Hurrells ersten Tour-Card-Jahrgang positiv: „Nach der Tour Card 2024 spielte er ein solides erstes Jahr und erreichte gleich dreimal ein Viertelfinale auf der Players Championship.“
Bilanz 2023 bis 2025 – Erfolge, Rückschläge und die letzten beiden Weltmeisterschaften
2023 war für James Hurrell sportlich ein Scharnierjahr: Er gewann das finale Event der PDC Challenge Tour und unterstrich damit, dass er das PDC-Niveau bereits mitgehen kann. Gleichzeitig blieb der Weg in die PDC-Haupttour noch Arbeit – denn die Tour Card war noch nicht gesichert.
2024 folgte dann der Sprung in den Profi-Alltag: Über die UK Q-School holte Hurrell seine Tour Card und sammelte in seinem ersten Jahr auf der ProTour Ergebnisse, die die PDC selbst als „solide“ einordnet – inklusive mehrerer Players-Championship-Viertelfinals und der Qualifikation für die Players Championship Finals.
2025 zeigte, wie schnell es in der PDC nach oben gehen kann – und wie hart die Realität gegen die absolute Weltspitze ist. Hurrell erreichte bei den Players Championship Finals das Achtelfinale und bestätigte damit seine Entwicklung im Turnieralltag.
Bei den letzten beiden PDC-Weltmeisterschaften ergibt sich für Hurrell ein klares Bild: Bei der WM 2024 war er nicht im Teilnehmerfeld, bei der WM 2025 gelang ihm die Qualifikation und er erreichte die zweite Runde, wo er mit 0:3 Sätzen an Michael van Gerwen scheiterte. Solche Niederlagen gehören zum Lernprozess, wenn man sich dauerhaft auf der Tour etablieren will.
Bei der WM 2026 schaffte er es nach Siegen gegen die klar favorisierten Dirk van Duijvenbode und Stephen Bunting – immerhin als Nummer vier der Welt ins Turnier gestartet, in die Runde der letzten 16, in der er allerdings deutlich mit 0:4 gegen Ryan Searle verlor.
Fazit
James Hurrell steht exemplarisch für eine Karriere, die nicht über Nacht entsteht. „Hillbilly“ hat sich seine Aufmerksamkeit erarbeitet: erst über WDF-Ergebnisse und Weltranglistenpunkte, dann über die Challenge Tour und schließlich über die Q-School in die PDC.
Sein Profil ist klar: bodenständig, publikumsnah, mit einem Walk-on-Song, den man nicht vergisst – und mit dem sportlichen Anspruch, sich in der PDC von Jahr zu Jahr weiter nach vorne zu schieben. Wenn Hurrell die Konstanz auf den Doppeln stabil hält, bleibt er ein Name, den die Topspieler nicht „mal eben“ abhaken.
Faktenbox – James Hurrell
| Name | James Hurrell |
| Spitzname | Hillbilly |
| Geburtsdatum | 07.07.1984 |
| Geburtsort | Banbury, Oxfordshire (England) |
| Wohnort / Heimat | Moreton-in-Marsh (England) |
| Wurfhand | Rechts |
| Darts | 24 g Mission (laut offiziellem Profil) |
| PDC Tour Card | seit 2024 |
| Walk-on-Song | „Hillbilly Rock Hillbilly Roll“ |
| Interpret | The Woolpackers |
| Beste PDC-WM-Platzierung | Last 16 (2026); davor 2. Runde (2025) |
| Größter WDF-Erfolg | WDF-WM Viertelfinale (2022) |
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