Danny Noppert gehört seit einigen Jahren zu den konstantesten Gesichtern des niederländischen Darts. Der Rechtswerfer aus Friesland trägt den passenden Spitznamen „The Freeze“ – ein Label, das nicht nur auf seine ruhige Körpersprache anspielt, sondern auch auf seine Herkunft verweist. Im Umfeld der Professional Darts Corporation (PDC) hat sich Noppert als Spieler etabliert, der selten spektakulär wirkt, aber erstaunlich häufig bis in die entscheidenden Turnierphasen vordringt.

Geboren am 31. Dezember 1990 in Joure, begann Noppert 2009 mit dem Dartsport und machte sich zunächst in der BDO einen Namen. Dort gewann er 2017 das Finder Darts Masters und erreichte im selben Jahr das Finale der BDO-Weltmeisterschaft. Mit der Tour Card 2018 folgte der Wechsel in die PDC – der Schritt, der ihn endgültig in die internationale Spitze führte.

Sein größtes TV-Highlight blieb lange aus, doch 2022 gelang der Durchbruch auf der ganz großen Bühne: Noppert gewann die UK Open in einem dramatischen Finale 11:10 gegen Michael Smith. Dieser Titel ist bis heute sein wichtigster Major-Erfolg und zugleich der Beweis, dass sein kontrollierter Stil auch unter maximalem Druck trägt.

Spielstil, Auftreten und Markenprofil von Danny Noppert

Wer Danny Noppert beobachtet, sieht einen Spieler, der das Tempo selten überdreht. Sein Spiel lebt von sauberem Rhythmus, solider Grundgeschwindigkeit und einer Doppelstärke, die ihm in engen Matches immer wieder den entscheidenden Vorteil verschafft. Auf der Pro Tour ist er deshalb ein gefürchteter Gegner – gerade für Spieler, die selbst auf Konstanz setzen und dann plötzlich merken, dass Noppert kaum Fehler anbietet.

Auch sein Walk-on-Song „High Hopes“ von Panic! at the Disco passt zu diesem Profil. Die Botschaft des Songs – große Ziele, langer Atem – spiegelt Nopperts Karriereverlauf gut wider: Er hat sich nicht über kurze Hypes, sondern über stetige Resultate nach oben gespielt. Seine 23-Gramm-Darts von Winmau sind dabei Teil eines klaren, professionellen Setups.

In einer Sportart, die von Lautstärke und Show lebt, wirkt Noppert manchmal wie ein Gegenentwurf. Genau das macht ihn für viele Fans interessant: Er steht für die leise Variante von Weltklasse und erinnert daran, dass Titel nicht nur durch Explosionen auf der Bühne entstehen, sondern auch durch jahrelange Routine im Maschinenraum der Tour.

Dass er in den Rankings regelmäßig im oberen Segment auftaucht, ist kein Zufall. Noppert nutzt Turnierwochen, in denen andere schwanken, um sich mit soliden Läufen wertvolle Preisgelder und Setzpositionen zu sichern. Diese Form von Verlässlichkeit ist im modernen PDC-Kalender ein echtes Spitzenmerkmal.

Die größten Erfolge der Karriere – ein Überblick

Die Karriere von Danny Noppert lässt sich an mehreren markanten Meilensteinen festmachen. Schon in der BDO zeigte er, dass er auf großen Bühnen nicht erfriert, sondern im entscheidenden Moment eher noch klarer wirkt.

  • 2017: Sieger des Finder Darts Masters (BDO).
  • 2017: Finalist der BDO-Weltmeisterschaft.
  • 2018: Gewinn der PDC Tour Card und Wechsel in die PDC.
  • 2019: Finalist der World Series of Darts Finals.
  • 2021: Halbfinale beim World Grand Prix.
  • 2022: Sieger der UK Open – erster und bislang größter PDC-Major-Titel.
  • 2022: Halbfinale beim World Matchplay.
  • 2023–2025: Drei aufeinanderfolgende Halbfinal-Teilnahmen bei der European Championship.
  • 2025: Halbfinale beim World Masters, World Grand Prix und Grand Slam of Darts.
  • Mehrere Players-Championship-Titel auf der Pro Tour.

Diese Liste zeigt, dass Noppert sowohl im klassischen TV-Geschäft als auch im Pro-Tour-Alltag seine Spuren hinterlassen hat. Besonders die UK Open 2022 bleiben sein Aushängeschild – doch die Vielzahl weiterer Halbfinals unterstreicht, dass der Major-Triumph kein Ausreißer war.

Ein weiteres Indiz für seine Stabilität: Auf der Players-Championship-Bühne hat er sich den Ruf erarbeitet, Finals extrem nüchtern zu spielen. 2024 krönte er diese Stärke mit einem weiteren Titel, als er den amtierenden Weltmeister Luke Humphries in Leicester bezwang.

Privatleben, Familie und das Leben abseits des Oche

Abseits der großen TV-Nächte bleibt Danny Noppert ein eher zurückhaltender Profi und Familienmensch: Noppert ist verheiratet und hat zwei Kinder. Dass ihm dieses Umfeld wichtig ist, zeigte sich bereits 2022, als er ein Turnier aus familiären Gründen ausließ, um bei der Geburt seines ersten Kindes dabei zu sein.

Über einen erlernten Beruf oder eine konkrete Ausbildung vor der vollprofessionellen Darts-Karriere ist öffentlich vergleichsweise wenig verlässlich dokumentiert. Gerade bei Spielern, die ihren Aufstieg in mehreren Verbänden erlebt haben, bleiben solche Details oft im Hintergrund – und Noppert selbst stellt seine Familie und den Sport deutlich stärker in den Vordergrund als jede biografische Randnotiz.

In einem Interview aus dem Jahr 2025 sprach Noppert zudem offen darüber, dass er mit ADHS lebt. Die Aussage zeigt, dass auch ein Spieler mit dem Spitznamen „The Freeze“ ein komplexes Innenleben hat – und dass mentale Themen im Spitzendarts immer selbstverständlicher angesprochen werden.

Für die Fans bleibt Noppert damit eine interessante Figur: ein Top-16-Spieler, der selten auf Schlagzeilen setzt, aber seinen Weg mit ruhiger Konsequenz geht – und dessen Karriere ganz offensichtlich auch von der Stabilität im Privatleben getragen wird.

Zitate: Nopperts Selbstbild und Stimmen aus dem Umfeld

Nach seinem Players-Championship-Triumph 2024 gegen Humphries beschrieb Noppert das Gefühl, genau im richtigen Moment da gewesen zu sein: „Wir hatten beide im Finale zu kämpfen, aber ich bin unglaublich glücklich, dass ich es über die Linie gebracht habe. Ich war heute in den entscheidenden Momenten da.“

Über den langfristigen Wert seines UK-Open-Siegs sagte er später sinngemäß, dass dieser Titel ihn weiterhin antreibe und er hoffe, künftig noch weitere große Pokale in die Höhe stemmen zu können.

Auch aus dem niederländischen Darts-Umfeld kommt Anerkennung. Vincent van der Voort lobte 2025 Nopperts Comeback-Qualitäten und betonte, dass genau diese Widerstandsfähigkeit erkläre, warum „The Freeze“ seit Jahren zu den konstanten Spielern der Weltspitze gehöre.

Solche Aussagen passen zu dem Bild, das viele Turnierverläufe bestätigen: Noppert ist kein Spieler, den man in kurzen Phasen bewertet. Sein Wert zeigt sich über Monate – in Runs, Ranglistenpunkten und in der Fähigkeit, selbst schwierige Matches wieder in seine Richtung zu drehen.

Rückblick 2023 bis 2025: Höhen, Dellen und WM-Bilanzen

Die Jahre 2023 bis 2025 waren für Danny Noppert sportlich eine Phase der Konsolidierung auf hohem Niveau. Er sammelte regelmäßig starke Resultate auf der Pro Tour und bestätigte seinen Status als verlässlicher Kandidat für die zweite Turnierwoche großer Majors.

2023 brachte ihm neben guten Pro-Tour-Auftritten vor allem das Halbfinale der European Championship zusätzliche Aufmerksamkeit. Bei der PDC-Weltmeisterschaft 2023 musste er sich aber in der dritten Runde und damit recht früh gegen Alan Soutar geschlagen geben.

In der WM 2024 war er als gesetzter Spieler im Turnier, kam jedoch in seinem Auftaktmatch nicht über die zweite Runde hinaus und verlor glatt gegen Scott Williams. Auf der Tour setzte er dennoch ein Ausrufezeichen: Der Sieg bei Players Championship 8 gegen Luke Humphries zeigte, wie gefährlich er bleibt, wenn sein Timing auf den Doppeln stimmt.

2025 verlief dann zweigleisig. Einerseits musste Noppert bei der Weltmeisterschaft erneut früh die Segel streichen: In seinem Auftaktspiel unterlag er Ryan Joyce mit 1:3 in Sätzen. Andererseits folgte im Jahresverlauf eine bemerkenswerte Serie von Major-Halbfinals – unter anderem beim World Masters, beim World Grand Prix, bei der European Championship und beim Grand Slam of Darts. Dass er zudem das Endspiel der Hungarian Darts Trophy erreichte, unterstreicht seine starke Formkurve ab dem Spätsommer.

Unterm Strich zeigen diese drei Jahre einen Spieler, der in der Breite der Tour noch stabiler geworden ist, aber bei der Weltmeisterschaft den nächsten Schritt noch sucht. Gerade im Alexandra Palace entscheidet oft ein einziges Break- und Doppel-Detail. Noppert weiß das – und wirkt wie jemand, der den „großen Dezember-Run“ noch in sich trägt.

Faktenbox – Danny Noppert

  • Geburtsdatum: 31. Dezember 1990
  • Geburtsort: Joure, Niederlande
  • Spitzname: „The Freeze“
  • Wurfhand: rechts
  • PDC Tour Card: seit 2018
  • Walk-On-Song: „High Hopes“ – Panic! at the Disco
  • Darts: 23 g Winmau Signature
  • Größter PDC-Titel: UK Open 2022
  • Bester BDO-Erfolg: WM-Finale 2017
  • Familienstand: verheiratet, zwei Kinder
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