Michael „Bully Boy“ Smith wurde am 18. September 1990 in St. Helens in England geboren. Er ist in der Darts-Szene vor allem für seinen unglaublich schnellen Wurfrhythmus und seine zahlreichen 180er bekannt. Wenn es nicht läuft, wirkt er allerdings schnell lustlos und frustriert. Er gilt auf der Tour nicht gerade als ein Spieler, der sich immer im Griff hat. Smith ist Vater eines Sohnes.

Seine Darts-Karriere verdankt er zum Teil seinen bescheidenden Radfahrkünsten. Bis zum Alter von 15 Jahren hatte Smith nie Pfeile in der Hand. Dann allerdings sah er sich aus Langeweile dazu gezwungen, ein paar Darts zu werfen, da er sich bei einem Fahrradunfall auf dem Weg zur Schule beide Beine brach. Weil er auf Krücken nicht allzu viel machen konnte, spielte er auf der Scheibe seines Vaters Darts. Seine erste 180 warf er also auf Krücken.

“Bully Boy” merkte schnell, dass ihm dieser Sport liegt und er gewann diverse lokale Darts-Events. Der unbedingte Wille, neben seinem Talent auch viel Training und harte Arbeit einzubringen, fehlte aber lange. Smith stagnierte auf dem Level eines sehr guten Freizeitspielers. Eine weitere schwerwiegende Verletzung sollte ihn wieder auf die richtige Spur bringen. Heiligabend 2009 rutschte Smith auf Eis aus und brach sich beide Handgelenke. Durch die Angst, nie wieder Darts spielen zu können, änderte sich seine Einstellung zum Sport. Erst durch die Verletzung realisierte er, wie wichtig ihm das Spiel war. Als seine Handgelenke wieder verheilt waren, trainierte er mehr als je zuvor. Mehr erfahren

In einem Interview sagte: „Ich dachte, meine Karriere wäre vorbei, bevor sie richtig angefangen hat. Ab dem Moment, als der Gips abkam, habe ich nicht mehr zurück geguckt. Von da an fing ich an, Sachen zu gewinnen.“ Und wie er damit anfing. Um zu Hause bei seinen Eltern keine Miete zahlen zu müssen, beschäftigte er sich am College mit der Tischlerei. Am Tag seiner letzten noch ausstehenden Prüfung entschloss er sich allerdings, lieber zu einem Darts-Event zu gehen. Bully Boy bezeichnete diese Entscheidung später als die beste seines Lebens.

Sein Debut bei einem PDC-Major hatte Smith bei den UK Open 2009, wo er in der ersten Runde gegen Dave Ladley verlor. Im nächsten Jahr stand der junge Engländer schon wesentlich besser da. Nach Siegen über Peter Manley und Matt Clark erreichte er die Runde der letzten 32, wo er gegen Mervyn King verlor. Bei der PDC-Weltmeisterschaft der unter 21-Jährigen erreichte er 2010 das Viertelfinale. Dort musste er sich Benito van de Pas geschlagen geben. Am 26. Februar 2011 spielte “Bully Boy” bei einem PDC-Jugendturnier in Barnsley einen 9-Darter gegen Michael van Gerwen. Spätestens da wurde auch der Letzte in der Darts-Welt hellhörig. Smith erreichte bei dem Turnier das Finale, das er gegen Shaun Griffith verlor. Einen Tag später gewann er sein erstes PDC-Turnier bei den Erwachsenen. Beim 2. UK Open Qualifier schlug er im Finale Dave Chisnall mit 6:5. Mittlerweile als Profi qualifizierte er sich 2012 erstmals für die Darts-WM. Er verlor allerdings glatt mit 0:3 gegen Co Stompe.

2012 arbeitete der Engländer sich weiter in der Weltrangliste nach vorne. Er gewann ein Players Championship Event und feierte einige weitere Achtungserfolge. Einen großen Anteil am Erfolg Smiths hatte sein Mentor Gary Anderson. Der Schotte erkannte früh das Talent, förderte und sponserte ihn. Unter anderem ermöglichte Anderson es Smith auch, einige Turnier in Europa zu spielen. In einem Interview 2014 bezeichnete Bully Boy den Flying Scotsman als eine Art großen Bruder beziehungsweise Vaterfigur: “Er ist ein toller Mentor und immer für mich da.” Am Ende des Jahres 2012 war Smith die Nummer 25 in der PDC Order of Merit. Bei der WM 2013 war allerdings wieder in Runde eins Schluss – diesmal gegen einen großartig aufspielenden Raymond van Barneveld.

Bei der PDC World Youth Championship lief es besser für den Engländer. Nach einem souveränen 6:1-Erfolg über Ricky Evans im Finale feierte Smith den Junioren-Weltmeistertitel. Die WM 2014 sollte dann “Bully Boys” bis dato größter Erfolg werden. Nachdem er mit dem Sieg in Runde eins gegen Morihiro Hashimoto erstmals ein Spiel (und auch überhaupt den ersten Satz) bei einer WM gewinnen konnte, schlug er in Runde zwei völlig überraschend den Top-Favoriten und Rekordweltmeister Phil Taylor mit 4:3. Im Achtelfinale war dann allerdings Schluss. Er verlor mit 3:4 gegen den späteren Finalisten Peter Wright. Aufgrund seiner starken Performance wurde er von der PDC als Youngster des Jahres ausgezeichnet.

Der Sieg über Taylor brachte Smith einen enormen Selbstvertrauensschub. Kurz darauf sagte er in einem Interview, dass dieser Erfolg ihn daran glauben ließ, er könne eines Tages der beste Spieler der Welt sein. Nach einer starken Saison 2014 mit fünf Finalteilnahmen (aber nur einem Turniersieg) erreichte der frischgebackene Vater bei der WM 2015 erneut die Runde der letzten 16, in der er mit 2:4 gegen Stephan Bunting ausschied. 2015 untermauerte Smith seinen Anspruch auf einen Platz unter den Top Ten der Welt. Er konnte seiner Vita drei weitere Turniersiege hinzufügen.

Bei der WM 2016 trumpfte “Bully Boy” groß auf und zog nach Siegen gegen Jeffrey de Zwaan, Steve Beaton und Benito van de Pas ins Viertelfinale ein. Dort traf er auf Altmeister Raymond van Barneveld. Smith verlor trotz 3:0-Führung und einem Matchdart im entscheidenden neunten Satz mit 4:5 geschlagen geben. Die WM 2016 brachte Smith unter die Top 8 der Welt und bescherte ihm die erste Einladung in die Premier League. Dort bezahlte Bully Boy allerdings Lehrgeld. Mit nur drei Punkten aus neun Spielen schied er als Vorrundenletzter aus. Beim Masters kam Smith immerhin bis ins Viertelfinale, war dort allerdings chancenlos gegen Michael van Gerwen. Bei den German Darts Masters musste er sich im Halbfinale Peter Wright mit 4:6 geschlagen geben. Im Juni erreichte Smith das Finale der Austrian Darts Open, welches er mit 4:6 gegen Phil Taylor verlor. Die zweite Jahreshälfte hätte für den Bully Boy kaum schlechter laufen können, Erstrundenniederlagen waren an der Tagesordnung.

Bei der WM konnte Smith dann aber erstmals seit Monaten wieder ein Spiel auf der Tour gewinnen. In Runde eins setzte der Bully Boy sich in einer Partie der Schnellwerfer knapp mit 3:2 gegen Ricky Evans durch. In seiner zweiten Partie kam es zu einer wahren Nervenschlacht. Michael Smith sah nach einer 3:1-Führung gegen Mervyn King bereits wie der sichere Sieger aus, vergab dann aber beim Stand von 2:2 im vierten Satz fünf Matchdarts. King holte sich Satz fünf und schöpfte neuen Mut. Nachdem auch der sechste Satz an den Altmeister ging, entwickelte sich der entscheidende Durchgang zum Drama. Smith ging mit 2:0 in Führung, bevor King mit seinem Anwurf auf 1:2 verkürzen konnte. Beim eigenen Anwurf vergab Smith dann noch mal drei Matchdarts und musste den Ausgleich schlucken. Es ging also in den Tiebreak, in dem zwei Legs hintereinander gewonnen werden müssen. Smith schaffte ein zweites Break und konnte seinen eigenen Aufschlag am Ende mit viel Mühe durchbringen. Das nächste Drama ließ nicht lange auf sich warten, diesmal allerdings ohne Happy End für Smith. Er führte im Achtelfinale gegen James Wade schon 3:1 und lag im Entscheidungsleg des fünften Satzes vorne. Dann aber folgten ein paar schwache Scores und Wade schnappte sich das Leg und damit den Satz. Der Bully Boy schien das nicht zu verkraften und hatte einem immer stärker werdenden Wade in den letzten beiden Sätzen nichts mehr entgegenzusetzen.

Nach der überraschend guten WM verlief auch das Jahr 2017 wesentlich erfolgreicher als das vergangene. Bei der Gibraltar Darts Trophy spielte der Bully Boy fantastisch und sicherte sich endlich wieder einen Titel. Im Finale schlug er Mensur Suljovic mit 6:4. Ein paar Wochen später erreichte Smith das Halbfinale des European Matchplay, wo er dann mit 3:6 gegen Michael van Gerwen verlor. Bei den Austrian Darts Open erreichte er wie schon im Vorjahr das Endspiel und traf dort wieder auf MVG. Smith spielte stark und hatte den Niederländer am Rande einer Niederlage, verlor aber knapp mit 5:6. Eine Woche später spielte der Bully Boy sich ins Halbfinale der European Darts Open, bevor er mit 4:6 gegen Mervyn King die Segel streichen musste. Mit Michael Smith ist wieder zu rechnen. Einen kleinen Rückschlag musste Bully Boy beim World Matchplay hinnehmen, als er in Runde eins mit 5:10 gegen einen gut aufgelegten Steve West verlor. Smith erreichte nach Siegen über Rowby John Rodriguez (6:2), Joe Cullen (6:2) und Robert Owen (6:5) das Halbfinale der Dutch Darts Masters, in dem er Michael van Gerwen mit 2:6 unterlag. Eine Woche später stand er im Viertelfinale des German Darts Grand Prix, wo er Simon Whitlock mit 1:6 unterlag. Beim World Grand Prix schied Smith dagegen schon in Runde eins mit 1:2 gegen Gerwyn Price aus. Bei der Europameisterschaft war für Smith nach Siegen über Nathan Aspinall (6:4) und Benito van de Pas (10:9) im Viertelfinale gegen Rob Cross (4:10) Schluss. Beim Grand Slam of Darts überstand er die Vorrunde, verlor dann aber im Achtelfinale gegen Gary Anderson mit 6:10. Ein Erstrundenaus musste er beim Finale der Players Championship hinnehmen, er unterlag zum Auftakt Jan Dekker mit 3:6.
Bei der WM trifft der Bully Boy in Runde eins auf Steve Lennon.

Smith trägt zwei Tattoos auf den Außenseiten der Handfläche: „Believe“ (Glaube) und „Achieve“ (Ziele erreichen) – dies sei alles, was man über ihn wissen müsse.

Sven Scharf

Michael „Bully Boy“ Smith

Informationen & Statistiken

Name Smith
Vorname Michael
Spitzname Bully Boy
Land England
Geburtsdatum 18.09.1990
Geburtsort St. Helens / England
Familie ledig (ein Kind)
vorher ausgeübter Beruf
PDC-Rang 13
beste PDC-WM-Platzierung Viertelfinale 2016
Darts / Ausrüster 22g Unicorn Contender Silver / Unicorn
Einlaufmusik Gruppe Walk the moon
Einlaufmusik Titel Shut up and dance

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