Dave „Chizzy“ Chisnall wurde am 12. September 1980 in St. Helens in England geboren. Er gilt als nervenstarker Spieler, der abseits der Bühne kamerascheu ist. Der Mann mit dem gelben Hemd (er trägt es nach eigener Aussage, weil kein anderer Spieler diese Farbe trägt) hat mit seiner Freundin Michaela, die ebenfalls Darts spielt, eine Tochter und lebt in Morecambe (England).

Chisnall spielte bis zu seinem 18. Lebensjahr Fußball, brach sich dann aber den Fuß und musste lange pausieren. In einem Interview mit der Zeitung „The Visitor“ 2013 sagte er, dass er bei seinem allerersten Wurf auf das Board gleich eine 100 fabrizierte.
Ein Freund, bei dem er auch diesen ersten Versuch auf die Scheibe unternahm, lud ihn ein, im Pub-Team mitzuspielen. Chisnall sollte weit über das – zugegebenermaßen in England sehr hohe – Pub-Niveau hinauskommen.

„Chizzy“ feierte sein BDO-Debüt bei den Welsh Open 2004. In der Runde der letzten 32 verlor er gegen Alan Tabern. Das erste Ausrufezeichen setzte Chisnall beim BDO Gold Cup 2007, den er völlig überraschend gewann. Im Finale besiegte er Matthew Quinlan 2:0. Beim Qualifikationsturnier für die WM 2008 scheiterte er knapp an Robert Thornton. Ein paar Tage später unterlag er dem Schotten abermals, diesmal in der ersten Runde der Winmau World Masters. 2008 gewann Chizzy die Isle of Man Open, im Finale besiegte er Robert Hughes. Es war allerdings sein Viertelfinalgegner, der für Chisnalls spätere Entwicklung entscheidender war. Der Weltmeister von 2000, Ted Hankey, gab ihm nach dessen 2:3-Niederlage den Rat, Profi zu werden. Chizzy konnte im gleichen Jahr noch die England National Championship gewinnen. Mehr erfahren

Im Finale besiegte er Colin Laffar. 2009 schaffte Chizzy es, sich über das Qualifikationsturnier für die WM 2009 zu qualifizieren. Einen Tag später wollte er den Schwung nutzen, um bei den Winmau World Masters aufzutrumpfen. Er unterlag aber in Runde eins gegen Daryl Gurney. Bei der WM musste er in Runde eins gegen Martin Adams ran, er verlor mit 3:5. In der zweiten Jahreshälfte 2009 sollte der Durchbruch gelingen. Im September gewann er bei den Welsh Masters und den British Open. In Wales besiegte er im Finale Tony O’Shea klar mit 5:1, bei den British Open verwehrte er Martin Atkins den Erfolg. Zugute kam Chisnall bei den Siegen gegen diese beiden Darts-Größen sicher auch sein starkes Nervenkostüm. Im schon erwähnten Interview mit dem „Visitor“ sagte er, dass er Nervosität nur gegen vermeintlich schwächere Gegner kenne. Gegen gute Kontrahenten spiele er besser.

2010 und 2011
„Chizzy“ verpasste es, sich über die Qualifikationsturniere die Teilnahme an der WM 2010 zu erspielen. Über die Invitational Rankings kam er dann aber doch noch zum Jahreshighlight.
Und es sollte sich lohnen. In Runde eins besiegte er Daryl Fitton mit 3:1, bevor im nächsten Spiel Tony West mit 4:2 bezwang. Im Viertelfinale errang „Chizzy“ dann einen der bis dato wichtigsten Siege seiner Karriere. Trotz 1:4-Rückstand schlug er Ted Hankey noch mit 5:4 und zog ins Halbfinale ein. Dort besiegte er die damalige Nummer eins der Welt Tony O’Shea mit 5:4. Im Spiel um den Titel unterlag Chisnall letztendlich nach großem Kampf mit 5:7 gegen Martin Adams. Aber spätestens jetzt war der Engländer in der BDO-Elite angekommen.

Die Saison 2010 sollte allerdings recht bescheiden für „Chizzy“ laufen. Das 1:4-Aus in Runde zwei der BDO-WM gegen Gary Robsob beendete ein – gerade nach den großen Erfolgen in der zweiten Jahreshälfte 2009 – enttäuschendes Jahr für Chisnall. Zu Beginn der Saison 2011 wechselte Chisnall zur PDC. Gleich am ersten Tag der Q School sicherte er sich seine Tourkarte. Bei seinem ersten PDC-Event in Halle spielte er einen 9-Darter, verlor das Spiel in der Runde der letzten 64 aber dennoch gegen Vincent van der Voort. Beim zweiten UK Open Qualifier des Jahres erreichte er sein erstes PDC-Finale, unterlag allerdings mit 5:6 gegen Michael Smith. Durch die Endspielteilnahme qualifizierte er sich frühzeitig für die UK Open. Beim siebten Qualifikationsturnier für die UK Open spielte Chizzy seinen zweiten 9-Darter des Jahres, verlor aber in Runde eins.

Bei den UK Open erreichte „Chizzy“ dann das Viertelfinale, in dem er sich Wes Newton mit 8:10 geschlagen geben musste. Chisnall unterlag bereits in Runde eins des World Matchplay Mark Walsh klar mit 3:10. Im September erreichte er das Finale der vierten Dutch Players Championship, das er mit 4:6 gegen Richie Burnett verlor. Beim Grand Prix verlor er in Runde eins gegen Alan Tabern, nachdem er 13 Matchdarts vergab. Dieser TV-Rekord für vergebene Siegchancen stand bis 2013. Seinen ersten PDC-Titel gewann er dann beim Players Championship Event in Crawley. Im Finale besiegte er Justin Pipe mit 6:4. Bei den Players Championship Finals erreichte Chizzy das Viertelfinale, das er in einem engen Match mit 8:9 gegen Mark Webster verlor.

Seine erste PDC-Weltmeisterschaft sollte für Chisnall gleich eine denkwürdige werden. Nachdem er bei seinem Debüt im „Ally Pally“ in Runde eins Mark Dudbridge mit 3:0 klar besiegte, traf er in seinem zweiten Spiel auf Phil Taylor. Obwohl der Rekordweltmeister einen Average von über 100 Punkten warf, gewann der sensationell aufspielende Chizzy mit 4:1. Die bis dato beiden einzigen Profis, die Taylor bei einer WM außerhalb des Finales schlagen konnten, Wayne Mardle und Mark Webster, verloren jeweils ihre darauffolgenden Spiele. So erging es auch Chizzy. Er unterlag Andy Hamilton glatt mit 0:4. 2011 wurde Chisnall von der PDC zum besten Newcomer der Saison gewählt.

2012 und 2013
Der Mann aus St. Helens startete gut ins Jahr 2012 und erreichte das Finale des zweiten Qualifikationsturnieres für die UK Open, das er allerdings glatt gegen Michael van Gerwen verlor. Beim vierten Event machte er es besser und sicherte sich seinen zweiten PDC-Titel mit einem 6:5 gegen Phil Taylor. Das nächste Players-Championship-Event gewann er auch. Im Finale ließ er Ian White beim 6:2 keine Chance. Einen Tag später holte er sich den dritten Titel der Saison, in dem er das sechste Players Championship mit einem 6:4 im Finale gegen Justin Pipe gewann. Bei den UK Open stürmte Chisnall ins Halbfinale, wo er allerdings mit 4:10 gegen Robert Thornton unterlag. Beim zweiten Event der European Tour gab es erneut ein Finale gegen Phil Taylor, das dieser mit 6:2 gewann. Es war im dritten Spiel der erste Sieg von Taylor gegen „Chizzy“. Chisnall konnte zwei weitere Players Championships in diesem Jahr gewinnen, so dass er als topgesetzter Spieler in die Players Championship Finals ging. Dort erlebte er völlig überraschend einen 0:6-Whitewash gegen Wayne Jones in der ersten Runde. Nichtsdestotrotz wurde Chisnall 2012 als der beste PDC Pro Tour Player geehrt.
Bei der WM erreichte der gute Freund von Stephen Bunting abermals die Runde der letzten 16, in der er äußerst knapp mit 3:4 gegen Simon Whitlock verlor.

2013 verlief im Gegensatz zum Vorjahr eher mau für „Chizzy“. Erst im November feierte er seinen ersten Titel. Bei der German Darts Championship schlug er im Finale Peter Wright mit 6:2.
Beim nächsten von Chisnall gespielten Turnier, dem siebten Event der Players Championship, erreichte er erneut das Finale, in dem er wieder auf Wright traf. Diesmal wurde es knapper, aber „Chizzy“ gewann am Ende mi 6:5. Beim World Grand Prix 2013 zog der Engländer in sein erstes Finale bei einem PDC-Major ein. Dort wartete mal wieder Phil Taylor. Chisnall kam überhaupt nicht ins Spiel und verlor glatt mit 0:6. Im Interview nach dem Spiel sagte er, es sei bisher die beste und die schlechteste Nacht seiner Karriere gewesen. Chisnall gewann seinen dritten Titel in dieses Saison beim 15. Event der Players-Championship-Serie, bei dem er Thornton im Finale mit 6:3 besiegte.

2014 bis heute
Bei der WM 2014 musste „Chizzy“ sich überraschenderweise erstmals in Runde eins geschlagen geben. Er verlor mit 2:3 gegen John Henderson, vergab dabei vier Matchdarts.
2014 feierte Chisnall seine Premiere bei der League. Er schloss die Tabelle mit nur drei Siegen bei vier Unentschieden und neun Niederlagen als Siebter ab. Beim Grand Slam of Darts erreichte er nach einer bis dato schwachen Saison sein zweites Major-Finale. Auch in diesem ging es gegen Phil Taylor. Nach schwachem Start und einem 0:5-Rückstand konnte Chisnall sich ins Match zurückkämpfem und zum zwischenzeitlichen 10:10 ausgleichen. Am Ende verlor er aber mit 13:16.

Bei der WM 2015 war in Runde zwei Schluss. Chisnall verlor mit 2:4 gegen Benito van de Pas.
Auch 2015 wurde „Chizzy“ zur Premier League eingeladen. Und er sollte es wesentlich besser machen als bei seinem Debüt. Mit 110,78 beim 7:2-Sieg gegen Gary Anderson spielte er den höchsten je vor Kameras gespielten 3-Dart-Average in diesem Wettbewerb. Er brach seinen eigenen Rekord beim 7:1 gegen James Wade, als er eine durchschnittliche Aufnahme von 114,17 erreichte. Am Ende der Gruppenspiele war „Chizzy“ Tabellenzweiter und qualifizierte sich somit fürs Halbfinale. Dort führte er schon mit 7:4 gegen Gary Anderson, aber der Schotte kämpfte sich zurück. Beim Stand von 9:9 gab es ein Entscheidungsleg. Chisnall vergab drei Matchdarts und verlor.

Beim Players Championship Final in Barnsley konnte Chisnall sich seinen ersten Titel nach 18-monatiger Durststrecke holen. Im Finale besiegte er Ian White mit 6:1. Beim Grand Slam of Darts spielte er beim 5:2-Sieg gegen Peter Wright seinen ersten 9-Darter vor laufender Kamera. In der K.O.-Runde verlor er dann gleich das erste Match mit 7:10 gegen Michael Smith. Bei der WM 2016 war für Chizzy wieder mal im Achtelfinale Schluss. In einem packenden Fight, in dem beide Spieler vorher Matchdarts vergaben, setze sich „Snakebite“ am Ende mit 4:3 durch.

Trotz des etwas überraschenden Vorrundenaus bei der Premier League zeigte sich Chisnall in dieser Saison in guter Verfassung. Beim Masters im Januar gelang Chizzy eines der größten Comebacks der jüngeren Darts-Geschichte, als er in Runde eins Robert Thornton trotz eines 0:8-Rückstands noch mit 10:9 besiegte. Nach klaren Siegen über Kim Huybrechts und James Wade war Michael van Gerwen im Finale jedoch eine Nummer zu groß. Mighty Mike setzte sich mit 11:6 durch. Im Mai spielte Chisnall sich sowohl ins Finale der Gibraltar Darts Trophy als auch des European Matchplay. Er verlor jedoch beide Endspiele gegen van Gerwen respektive James Wade. Chizzy wartet also weiterhin auf seinen ersten ganz großen Sieg bei der PDC. Im Juli gewann Chisnall das 10. Event der Players Championship Serie. Im Finale ließ er Steve Beaton beim 6:2 keine Chance. Im Oktober gelang dem Mann in Gelb mit der Halbfinalteilnahme beim World Grand Prix ein weiteres Highlight. In der Vorschlussrunde musste er sich Michael van Gerwen mit 2:4 geschlagen geben.

Im letzten Turnier vor der WM, dem Finale der Players Championship, konnte Chizzy sich wieder einmal in ein großes Finale spielen. Wieder einmal traf er auf Michael van Gerwen. Wieder einmal verlor Chizzy, diesmal mit 3:11. Im Ally Pally konnte Chisnall sich dann nach holprigem Start erstmals ins WM-Viertelfinale spielen. Zum Auftakt hatte der Engländer massive Probleme mit dem jungen Österreicher Rowby-John Rodriguez und konnte sich nur mit Mühe mit 3:2 durchsetzen. Auch in seiner zweiten Partie zeigte Chizzy sich nicht in Bestform, gewann am Ende aber dennoch relativ ungefährdet 4:2 gegen Chris Dobey. Im Achtelfinale kam es zum Duell mit Jelle Klaasen. Lange dominierte Chisnall, dann aber bekam er es bei 3:1 in den Sätzen und 2:0 in den Legs mal wieder mit den Nerven zu tun. Er gab den Satz noch ab und Klassen schien drauf und dran, auch Satz sechs zu gewinnen. Aber der Engländer fand zu seinem Spiel zurück und machte sein erstes WM-Viertelfinale im sechsten Satz perfekt. Dort traf er in einem denkwürdigen Match auf Gary Anderson. Chinall verlor die ersten beiden Sätze, weil er jeweils beim 2:2 in den Legs im Decider schwächelte. Dann bekam er seine Nerven in den Griff und konnte die beiden folgenden Durchgänge für sich entscheiden. Es entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel. Im Satz sieben führte Chizzy 2:0 und hatte vier Setdarts zum 4:3 in den Sätzen. Aber wie schon zu Beginn zeigte er Nerven und verlor den Satz noch. Im achten Durchgang machte Anderson dann den 5:3-Erfolg perfekt. The Flying Scotsman spielte einen 3-Dart-Average von 105,90, Chisnall war mit 104,63 nur wenig schlechter. Der Engländer konnte sich kurzzeitig damit trösten, dass er mit 21 180ern den Allzeit-Rekord bei Weltmeisterschaften eingestellt hatte. Drei Tage später wurde ihm dieser Rekord allerdings von Anderson bei dessen Finalniederlage gegen Michael van Gerwen genommen.

Die Saison 2017 läuft für Chizzy bisher bescheiden. Am 1. April erreichte er das Finale des fünften Events der Players Championship in Milton Keynes, verlor aber 3:6 gegen Adrian Lewis. An der Seite von Jackpot spielte er sich dann ins Halbfinale des World Cup of Darts, welches gegen die Niederlande verloren wurde. Bei den Shanghai Masters im Juli warf Chizzy sich ins Endspiel, bekam dort dann aber einen Whitewash von Michael van Gerwen verpasst. Beim 12. Event der Players Championship spielte Chisnall einen 9-Darter.

Beim World Matchplay schied Chizzy nach seinem Auftaktsieg gegen Mervyn King (10:7) in Runde zwei in einem denkbar knappen Match mit 12:14 gegen Alan Norris aus.

Sven Scharf

Dave „Chizzy“ Chisnall

Informationen & Statistiken

Name Dave
Vorname Chisnall
Spitzname Chizzy
Land England
Geburtsdatum 12.09.1980
Geburtsort St. Helens / England
Familie in einer Beziehung (ein Kind)
vorher ausgeübter Beruf
PDC-Rang 7
beste PDC-WM-Platzierung
Darts / Ausrüster 22g Target Chizzy Gold / Target
Einlaufmusik Gruppe Vic Reeves & The Wonderstuff
Einlaufmusik Titel Dizzy

Kontakt

Auf Facebook teilen0
Auf Google+ teilen0
http://dartsblog.de/dave-chisnall/">
Beitrag teilen und uns folgen:

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen