Der Abend verlief ähnlich wie der Nachmittag: Erneut gab es drei relativ einseitige Spiele zu sehen. Diesmal setzten sich allerdings alle Favoriten durch. Gary Anderson hatte – auch durch eigene Schwächen auf Doppel – noch die meiste Mühe mit seinem Gegner Steve West.

Jamie Lewis 4:1 James Richardson (2:3, 3:2, 3:0, 3:2, 3:1)

Den Auftakt am Abend des zwölfte Turniertags machten die beiden Überraschungsspieler Jamie Lewis und James Richardson oder auch die Nummer 46 der Order of Merit gegen die 53. „Ruthless“ Richardson startete sehr gut und schien an die Leistungen aus den beiden ersten Runden anzuknüpfen, aber der Gewinn des erstens Satzes blieb das einzige Erfolgserlebnis. „Fireball“, wieJamie Lewis seit neustem genannt wird, kam danach besser ins Spiel. Hatte er anfangs noch Probleme beim Ausmachen, konnte er das im Laufe des Spiels deutlich verbessern. Insgesamt war auch dieses Achtelfinale durchschnittlich vom Niveau. Lewis spielte einen guten 96er-Average, während Richardson nur auf 89 Punkte pro Aufnahme kam. Im Viertelfinale kommt es damit erneut zu einem Duell von zwei Außenseitern, allerdings dürfte der nächste Gegner des Walisers Lewis ein anderes Kaliber sein: Der „Demolition Man“ Darren Webster setzt im WM-Turnierverlauf seine starke Form in diesem Jahr fort.

Phil Taylor 4:0 Keegan Brown (3:1, 3:0, 3:2, 3:2)

Im nächsten Spiel traf Phil Taylor auf seinen englischen Landsmann Keegan Brown, der immerhin schon James Wade aus dem Turnier geworfen hatte und in der zweiten Runde mit Zoran Lerchbacher. Man merkte aber auch hier direkt, dass der 25-jährige Brown gewaltigen Respekt vor „The Power“ hatte. Insgesamt 19 Versuche hatte die „lebende Legende“ auf Doppel, von denen er zwölf meisterte. Die Quote von 63 Prozent ist durchaus ansehnlich. Auch sein Average lag am Ende über 100 (101,34) und er wird damit wohl zufrieden sein. Brown erwischte, als das Spiel schon entschieden war, noch mal ein paar gute Momente – wie das 124er-Finish über Triple 17, Triple 17, Doppel 11 – und dürfte mit einem gestärkten Selbstvertrauen ins nächste Jahr gehen.

Gary Anderson 4:2 Steve West (3:2, 1:3, 3:1, 3:2, 2:3, 3:2)

Einen Sieg von Gary Anderson erwarteten im dritten Spiel des Abends die meisten Zuschauer in der Halle. Allerdings entwickelte sich dieses Spiel etwas zäher aus Sicht des „Flying Scottsman“. Schon im ersten Satz hatte die Nummer drei der Welt einige Mühe und auch einen Setdart gegen sich. Den zweiten Satz verlor der zweifache PDC-Champion dann sogar relativ deutlich. Die beiden Sätze danach konnte er wieder einigermaßen sicher einfahren, aber in Satz fünf kam West wieder zurück, auch aufgrund von Andersons neuen Schwächen auf Doppel und anhaltenden Rückenproblemen. Anderson hatte sichtlich mit Schmerzen zu kämpfen. Im sechsten Satz vergab der Schotte dann zwölf Matchdarts und brachte es auch insgesamt nur auf einen 95er-Average. Steve West gelang immerhin ein 170er-Finish. Der 43-Jährige machte das Spiel zum ausgeglichensten des Tages. Sollte Anderson sich nicht steigern, wird er es sehr schwer haben in seinem Viertelfinale gegen Phil Taylor, wenn Anderson denn antreten kann. Taylor selbst sagte, dass er kein Darts guckt. Sollte er vielleicht doch mal einen Blick in den Ally Pally geworfen haben, dürfte er Lunte gerochen haben.

Wir sind auf jeden Fall gespannt auf den Viertelfinaltag und wünschen uns in erster Linie eins: mehr Spannung als heute.

 

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