Robert „The Thorn“ Thornton wurde am 17. Juli 1967 in Ayrshire in Schottland geboren. Er gilt als nervenstarker Spieler, der nicht gerade publikumsnah ist. Selten sieht man ihn bei seinem Walk-on mit seinen Fans interagieren. Der ehemalige Sonnenblenden-Hersteller ist verheiratet, mehrfacher Vater und auch Großvater.

Robert Thornton begann als Jugendlicher Darts zu spielen, zunächst aber ohne überregionale Erfolge zu erzielen. Nach jahrelanger Pause, um seine Kinder großzuziehen, fing er 2002 wieder an, regelmäßig und vor allem im Wettkampfmodus auf die Schweineborsten zu werfen. 2004 schloss er sich der BDO an und begann schnell, auf sich aufmerksam zu machen.

Der Schotte qualifizierte sich gleich im ersten BDO-Jahr für die Weltmeisterschaft. Nach klaren 3:0-Siegen über Martin Atkins und Tony West erreichte er das Viertelfinale, dass er allerdings mit einem 0:5-Whitewash gegen Darryl Fitton verlor. In den darauffolgenden beiden Jahren lief es für “The Thorn” nicht gerade erfolgreich auf der Tour, er konnte sich nicht für die Weltmeisterschaften qualifizieren.

Seinen ersten Titel bei der BDO holte er im April 2007 bei den Central Scotland Open, bei denen er im Finale Mike Veitch mit 3:1 schlug. Kurz darauf gewann er die Scottish Masters, bei denen er im Finale Ross Montgomery besiegte. Er schaffte es nicht, sich über das Qualifikationsturnier einen Platz bei der WM 2008 zu sichern, feierte aber einen Tag später bei den Winmau World Masters sein TV-Debüt. Dort schlug Thornton Co Stompe, den amtierenden Weltmeister Martin Adams und Martin Atkins und stürmte somit völlig überraschend ins Finale. Mehr erfahren

Der Schotte erwies sich wirklich als „Dorn“ (daher der Spitzname “The Thorn”) für die etablierten Spieler und sicherte sich bei seinem ersten TV-Auftritt gleich einen Major-Titel, in dem er in der finalen Runde Darryl Fitton mit 7:5 besiegte. Somit qualifizierte er sich auf diesem „Umweg“ dann doch noch für das Jahreshighlight. Bei der WM kam er wie schon drei Jahre zuvor ins Viertelfinale, diesmal war gegen Martin Adams (4:5) Schluss. Im Februar 2008 gewann er die Dutch Open und kam eine Woche später ins Viertelfinale der Scottish Open. Thornton war damit die Nummer drei der Welt.

Der Schotte qualifizierte sich über die Kneipen-Qualifikationsturniere für die UK Open 2008 und wechselte daraufhin zur PDC. Bei den Open erreichte er die Runde der letzten 32, in der er gegen Alan Tabern ausschied. Nach einigen Achtungserfolgen kam Thornton bei den European Championships bis ins Halbfinale, in dem er nach einer guten Leistung mit 7:11 gegen Phil Taylor verlor. Beim Grand Slam of Darts erreichte er die Runde der letzten 16 – und verlor dort 8:10 gegen Terry Jenkins. Er gewann später im Jahr die Australien Open Players Championship, besiegte dabei im Finale den Lokalmatadoren Paul Nicholson. Nach weiteren Halb- und Viertelfinalteilnahmen bei kleineren Turnieren qualifizierte er sich bereits in seiner ersten PDC-Saison für die WM.

Bei der Weltmeisterschaft besiegte er in Runde eins Wayne Jones, musste sich aber im nächsten Spiel Wayne Mardle mit 3:4 geschlagen geben. 2009 qualifizierte er sich für die Players Championship Finals, wo er zur Überraschung der meisten Experten bis ins Endspiel stürmte. In seinem ersten Major-Finale bei der PDC traf er auf Phil Taylor, dem er klar mit 9:16 unterlag. Im November 2009 wurde Thornton angeklagt, seine Frau tätlich angegriffen zu haben. In einem Interview mit der „Sun“ sagte Thornton 2010, dass Nachbarn die Polizei gerufen hätten, weil er mit seiner Frau in einen lautstarken Streit geraten war. Er plädierte auf schuldig, um (nach eigener Aussage) nicht in Untersuchungshaft zu müssen und um der Familie ein langes Verfahren ersparen zu können. Im April 2010 wurde die Anklage fallengelassen. “The Thorn” bezeichnete die Zeit zwischen November 2009 und dem April des Folgejahres als schlimmste Zeit seines Lebens.

Bei der WM 2010 erreichte er die Runde der letzten 16, in der er auf Taylor traf und mit 1:4 verlor.
Nach einer schwachen Saison 2010 wollte er es bei der WM 2011 besser machen. Nach glatten Siegen gegen Nigel Heydon und Andy Hamilton verlor er allerdings im Achtelfinale klar gegen den späteren Weltmeister Adrian Lewis mit 1:4. Auch das Jahr 2011 lief recht bescheiden für den Schotten. Er erreichte nur ein einziges Finale – bei einem UK Open Qualifier – und brach sich im November des Jahres die Hand. Kurze Zeit später wurde er auch noch mit Brustschmerzen und Atemproblemen ins Krankenhaus eingeliefert, wo eine Lungenentzündung festgestellt wurde.

Zur WM 2012 kam Thornton zurück auf die Tour, musste sich aber bereits in Runde zwei geschlagen geben. Erneut war es Adrian Lewis, der ihn rauswarf. 2012 sollte dann wesentlich besser für ihn laufen. Im Juni gewann er seinen zweiten Major-Titel bei der PDC. Nach Siegen über Mark Webster, Dennis Priestley, Gary Anderson, Wes Newton und Dave Chisnall traf er im Finale der UK Open auf Phil Taylor, den er mit 11:5 vom Board fegte. Bei der WM war dann wieder einmal im Achtelfinale Schluss. Diesmal nicht gegen Lewis, sondern gegen Taylor. Beim 0:4 war “The Thorn” chancenlos. Damit war Thornton zu diesem Zeitpunkt bei seiner fünften WM-Teilnahme je zweimal gegen Adrian Lewis und Phil Taylor rausgeflogen. Losglück sieht anders aus.

2013 durfte er erstmals an der Premier League teilnehmen und schloss die Gruppenphase als Fünfter ab. Beim ersten Qualifikationsturnier zu den UK Open spielte er im Viertelfinale einen 9-Darter gegen Dave Chisnall, verlor das Spiel aber 4:6. Er gewann in dieser Saison ein Qualifikationsturnier für die UK Open und das erste Turnier der Players Championship Serie. Im Finale des letzteren spielte er einen Average von 111 und schlug Ronny Huybrechts mit 6:0. Beim Grand Slam erreichte er ebenfalls das Finale, das er aber mit 6:16 gegen Taylor verlor. Auch bei der WM 2014 war die Runde der letzten 16 seine letzte. Er unterlag Wes Newton mit 1:4.

2014 war Thornton erneut in der Premier League dabei, schloss die Ligaphase aber nur als Achter ab. Über den größten Teil der Saison spielte er keine guten Darts. In einer Phase jedoch – zwischen Mitte April und Anfang Mai – gewann er drei Players Championships hintereinander, nur unterbrochen von einer Niederlage in der Runde der letzten 32 beim German Darts Masters. Beim World Grand Prix war Thornton in Runde zwei in das vielleicht beste Match der Geschichte dieses Turniers involviert. Erst am Nachmittag von der Beerdigung seiner Mutter angereist, gelang sowohl ihm als auch Gegner James Wade je ein 9-Darter. Es war das erste Mal in der Geschichte des professionellen Darts, dass beide Kontrahenten in einem Match ein perfektes Spiel zeigten. The Thorn verlor am Ende allerdings trotz vier Matchdarts mit 3:4. Bei der WM zeigte Thornton sich in toller Form. Ohne Satzverlust schlug er Andrew Gilding, Ronnie Baxter und Benito van de Pas und erreichte somit das erste Mal das Viertelfinale des wichtigsten Turniers der Welt. Gegen Michael van Gerwen bekam er beim 2:5 dann aber seine Grenzen aufgezeigt.

2015 wurde Thornton nicht zur Premier League eingeladen. Beim zweiten Turnier der Players-Championship-Serie gelang ihm im Viertelfinale gegen Landsmann Peter Wright ein weiterer 9-Darter. Er verlor allerdings auch diese Partie. Bei den European Darts Open sicherte er sich seinen ersten Titel auf der European Tour. Nach einem 6:1 im Halbfinale gegen James Wade, in dem er einen Average von 111,77 spielte, schlug er im Endspiel Kim Huybrechts mit 6:2 und einem Schnitt pro Aufnahme von 106,18.
In einem Interview mit dem „Daily Record“ eine Woche vor dem World Grand Prix 2015 sagte Thornton im Scherz, dass er das Turnier gewinnen müsse, um seiner Enkelin Karten für die Band „One Direction“ zu kaufen.

Der Wunsch seiner siebenjährigen Enkelin schien ihn zu beflügeln. Thornton holte den zweiten PDC-Major-Titel seiner Karriere. Nach Siegen über Daryl Gurney, Justin Pipe, Ian White und Mensur Suljovic konnte er im Finale Michael van Gerwen in einem engen Match mit 5:4 besiegen. Bei der WM 2016 musste “The Thorn” sich bei seiner achten Teilnahme erstmals in Runde eins geschlagen geben. Er verlor glatt mit 0:3 gegen Alan Norris.

Viele Fans waren überrascht, als Thornton für die Premier League 2016 nominiert wurde. Als Vorrundenachter überstand er die Judgement Night denkbar knapp, konnte aber seine Leistung an den darauffolgenden sechs Spieltagen auch nicht steigern und holte nur noch zwei Punkte. The Thorn wurde somit abgeschlagen Tabellenachter. Auch darüber hinaus lief die bisherige Saison für den Schotten geradezu desaströs. Beim Masters verlor er in Runde eins trotz einer 8:0-Führung gegen Chisnall noch mit 9:10. Ein Ergebnis, das als Erfolg gewertet werden könnte, gab es 2016 nicht. Aufgrund der Viertelfinalteilnahme 2015 hatte The Thorn bei der WM ordentlich Preisgeld in der Order of Merit zu verteidigen. Nachdem der Schotte sein Auftaktmatch gegen Zoran Lerchbacher trotz mittelmäßiger Leistung noch gewann, musste er sich in Runde zwei Dary Gurney mit 3:4 geschlagen geben. Thornton fiel damit aus der Top Ten der Weltrangliste. Auch die Saison 2017 lief für The Thorn enttäuschend. Beim neunten Players Championship erreichte er das Finale, welches er mit 2:6 gegen Michael van Gerwen verlor. Einige Wochen später konnte er beim 14. Event noch mal das Halbfinale erreichen. Neben vielen Niederlagen in der ersten und zweiten Runde konnte der Schotte beim World Grand Prix mal wieder einen Erfolg verbuchen. Nach Siegen über Kim Huybrechts (2:1) und Dave Chisnall (3:2) verlor er im Viertelfinale in einem engen Match mit 2:3 gegen Daryl Gurney. Durch die nächste schwache Saison rutsche Thornton in der Order of Merit auf Platz 28 ab. Bei der WM trifft er in Runde eins auf den Sieger der Vorrundenpartie zwischen Alan Ljubic und Brendan Dolan.

Sven Scharf

Robert „The Thorn“ Thornton

Informationen & Statistiken

Name Thornton
Vorname van Gerwen
Spitzname The Thorn
Land Schottland
Geburtsdatum 17.07.1967
Geburtsort Ardrossan / Schottland
Familie verheiratet
vorher ausgeübter Beruf Sonnenblenden-Hersteller
PDC-Rang 28
beste PDC-WM-Platzierung Viertelfinale 2015
Darts / Ausrüster 26g Robert Thornton / Red Dragon
Einlaufmusik Gruppe The Proclaimers
Einlaufmusik Titel I´m gonna be 500 Miles

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