Zwei Tourkarten für Teilnehmer aus Deutschland, zwei für ehemalige Weltmeister, eine Wiederholung des WM-Finals von 2008 und jede Menge neue und alte Gesichter am Oche. Die vier Tage Q-School waren wahrlich nicht von Langeweile geprägt. Von den über 400 Teilnehmern (Rekord) konnten sich 29 die heißbegehrte zweijährige Tourkarte sichern. Wir freuen uns natürlich besonders für Martin Schindler und Maik Langendorf.

 

Tag eins:

Am ersten Tag im Robin Park Tennis Center in Wigan sicherten sich Prakash Jiwa, Lee Bryant, Stephen Burton und Jim Brown die Turnierkarte auf dem direkten Wege. Für die deutschen Teilnehmer lief der erste Tag relativ bescheiden. Martin Schindler verlor in der Runde der letzten 64 gegen den Österreicher Marijanovic, bekam dafür aber immerhin zwei Punkte für die Q-School Order of Merit. Dragutin Horvat verlor in der gleichen Runde Jason Lowe. Rene Eidams musste sich schon in seiner ersten Partie geschlagen geben. Maik Langendorf verlor in Runde zwei gegen Mick Todd und blieb ebenso ohne Punkte.

 

Tag zwei:

Der zweite Tag sorgte dann schon dafür, dass die Q-School 2017 aus deutscher Sicht ein voller Erfolg war. Maik Langendorf konnte sich mit Siegen über Marco Puls (5:1), Dylan Duo (5:1), Mark Lawrence (5:2), Alan Tabern (5:3) und Willy van de Weil (5:3) unter die letzten 16 spielen. Dann kam es zum Duell mit dem Iren Steve Lennon, den er nach 1:4-Rückstand noch mit 5:4 besiegte. Im Spiel um die direkte Tourkarte besiegte Langendorf dann den Letten Madars Razma ebenfalls im Decider und zeigte damit erneut Nervenstärke. Seine beiden letzten Gegner sollten sich im späteren Verlauf ebenfalls noch die Tourkarte sichern, einer direkt, einer über die Q-School Order of Merit. Neben Langendorf sicherten sich am zweiten Tag Ting Chi Royden Lam, Richard North und Ritchie Edhouse direkte Tourkarten.

WM-Teilnehmer Dragutin Horvat schied in Runde eins gegen den späteren Tourcard-Gewinner Antonio Alcinas aus Spanien aus, Rene Eidams verabschiedete sich wieder früh, diesmal in Runde zwei. Der 20-jährige Martin Schindler spielte sich unter die letzten 32, verlor dann aber gegen den späteren Tourcard-Gewinner Steve Lennon mit 1:5. Dennoch sicherte Schindler sich dadurch drei weitere Punkte für die Order of Merit.

Tag drei:

Am dritten Tag sollten sich Steve Lennon, Scott Taylor und die beiden Ex-Weltmeister Richie Burnett und John Part die Tourkarte sichern. Für John Part kam es im Entscheidungsspiel zu einer Neuauflage des WM-Finals von 2008 gegen Kirk Shepherd. Auch diesmal hatte der Kanadier das bessere Ende für sich und siegte mit 5:2. Für Richie Burnett war der Samstagabend ein Lichtblick nach einer schweren (wenn auch selbstverschuldeten) Zeit. Der Lakeside-Sieger von 1995 konnte sich nach seiner 18-monatigen Sperre wegen Dopings (Kokain) seine Tourkarte durch einen finalen 5:3-Erfolg gegen Paul Nicholson sichern. Ebenso wie Shepherd hatte auch Nicholson mit der Niederlage unter den letzten Acht aber genug Punkte gesammelt, um sich eine Tourkarte zu sichern.

Für die Deutschen lief Tag drei bescheiden. Bernd Roith kam als einziger unter die letzten 32, wo er aber Richie Burnett klar mit 0:5 unterlag. Auch Martin Schindler musste sich gegen den Waliser geschlagen geben. In der Runde der letzten 128 unterlag er mit 4:5. Damit konnte der junge Deutsche am dritten Tag nur einen Punkt sammeln und brauchte am Sonntag mindestens die Runde der letzten 16, um eine Chance auf die Tourcard zu haben. Eidams und Horvat schieden wieder früh aus, sodass für die beiden früheren WM-Teilnehmer am letzten Tag nur die Chance über den direkten Weg blieb.

Tag vier:

Es gab dann aus deutscher Sicht tatsächlich noch mal Anlass zur großen Freude. Martin Schindler ging auf Nummer sicher und sicherte sich die Tourkarte auf direktem Weg. Gleich zum Auftakt tat Schindler sich schwer, siegte dann aber nach einem Freilos in Runde eins mit 5:4 gegen Jose Henrique Pinto de Sena. In der nächsten Runde verpasste er Sven Groen ein 5:0, bevor er Nolan Arendse aus Südafrika dank eines 164er-Finishs mit 5:4 im Decider besiegte. In der Runde der letzten 32 siegte er gegen Davyd Venken mit 5:3. Am Ende hätte das für Schindler schon gereicht, um sich über die gesammelten Punkte eine Tourkarte zu erspielen, aber er ging lieber auf Nummer sicher und besiegte noch Warrick Scheffer (5:2) und Paul Rowley (5:3) und gewann so als einer von 16 die Tourkarte direkt.

Mit Kirk Shepherd, Antonio Alcinas und Paul Nicholson gewannen drei Spieler direkte Tourkarten, die schon vor dem finalen Tag über Q-School Order of Merit qualifiziert waren.

Für die anderen Deutschen endete die Q-School nicht mit einem Erfolg am letzten Tag. Rene Eidams kam zwar erstmals unter die letzten 128, verlor da aber glatt mit 0:5 gegen Jamie Landon – „The Cube“ ist nicht in Form. WM-Teilnehmer Dragutin Horvat unterlag ebenfalls in Runde drei. Auch für „Brazzo“ verlief die Q-School also mehr als enttäuschend. Von den anderen deutschen Teilnehmer kam keiner in die Nähe einer Tourkarte.

 

Fazit:

Aus deutscher Sicht war die Q-School 2017 ein voller Erfolg. Wohl die wenigsten Fans und Experten hatten gleich mit zwei „deutschen“ Tourkarten gerechnet. Man darf gespannt sein, was Martin Schindler und Maik Langendorf in den nächsten zwei Jahren leisten können.

(SCH)

 

Tourcard-Gewinner auf dem direkten Weg: Prakash Jiwa, Lee Bryant, Stephen Burton, Jim Brown, Maik Langendorf, Ting Chi Royden Lam, Richard North, Richie Edhouse, Scott Taylor, Richie Burnett, John Part Steve Lennon, Martin Schindler, Paul Nicholson, Antonio Alcinas, Kirk Shepherd.

Tourcard-Gewinner über die Q-School Order of Merit: Jamie Bain (17), Jimmy Hendricks (16), Ronnie Baxter (15), Steve Hine (15), Sven Groen (15), Paul Rowley (14), Scott Darbyshire (14), Micky Mansell (14), Chris Quantock (12), John Norman (11), Darren Johnson (11), Madars Razma (11).

 

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