Die 26. WM der PDC steht an. Vom 13. Dezember bis zum 1. Januar spielen 96 Teilnehmer den Weltmeister unter sich aus. Dartsblog.de wirft einen Blick auf die Favoriten und die Aussichten der deutschen Teilnehmer.

 

Michael van Gerwen

Die Nummer eins der Welt ist bei jedem Turnier der Topfavorit, also natürlich auch bei der Weltmeisterschaft. Aber der Sieger von 2014 und 2017 spielt für seine Verhältnisse eine schwache Saison. DAs hört sich komisch an, weil er immerhin 17 Turniere gewonnen hat und damit viel mehr als jeder andere. Aber er hat nur 3 der 9 Major-Turniere gewonnen und dieses Jahr häufiger als sonst Schwächen gezeigt. Selten schien Mighty Mike so schlagbar wie diese Saison.
Schon im Achtelfinale könnte es außerdem zum Duell mit Raymond van Barneveld oder Adrian Lewis kommen. Diese beiden haben zusammen mit MVG mehr WM-Titel gesammelt als alle anderen Spieler zusammen.

Gary Anderson

Der Weltmeister von 2015 und 2016 ist neben MVG der große Favorit. Ebenso wie van Gerwen hat er 2018 3 Major gewonnen und war wenn bei jedem Major, das er gespielt hat, mindestens Halbfinale. Der 47-Jährige spielt längst nicht mehr alle Turniere, ist zur WM aber eigentlich immer in Topform

Rob Cross

Der Sensationsweltmeister 2018 spielt eine im Vergleich zum letzten Jahr schwache Saison. Nur zwei kleinere Turniere hat er gewonnen, bei den Majors flog er oft früh raus. Gerade in den letzten Monaten gab es für “Voltage“ oft das Aus in Runde 1 oder 2 Runde. Er wird seinen Titel nicht verteidigen und könnte sogar ziemlich früh raus ausscheiden. Zum Auftakt wird er nämlich wahrscheinlich auf den jungen Niederländer Jeffrey De Zwaan treffen, der in diesem Jahr seine Durchbruch geschafft hat. The Black Cobra hat sein erstes Turniere gewonnen und mehrere Finals gespielt.

Peter Wright

Auch Peter Wright wird 2019 nicht Weltmeister werden. Nachdem es seit dem WM-Finalteilnahme von 2015 für Snakebite nur bergauf ging, gab es dieses Jahr erstmals einen Rückschritt für die Nummer 3 der Welt. 2017 hat er noch zehn Turniere gewonnen, dieses Jahr nur drei. „Don‘ Stop the Party“ von Pitbull, sein Walk-on-Song, könnte dieses nur Jahr selten gespielt werden. Schade für seine vielen Fans.

Michael Smith

Die Nummer 10 der Welt ist mein Geheimfavorit. Er war dieses Jahr im Finale der Premier League, hat über weite Strecken konstant gut gespielt. Drei Turniere konnte er gewinnen, hat dazu einige Finals und Halbfinals gespielt. Er war schon immer ein Powerscorer, der viele 180er geworfen hat, aber zeigte oft Schwächen auf die Doppelfelder, besonders in den entscheidenden Momenten. Das hat er abgelegt. Früher hat er viele Spiele, in denen er auf der Siegerstraße war noch verloren. Heute gewinnt er auch Spiele, wo es mal nicht so läuft, weil er den wichtigen Momenten da ist.

Daryl Gurney

Die Nummer 5 der Welt hat dieses Saison lange wenig gerissen, zuletzt aber mit den Players Championship Finals ein Major und das letzte Turnier vor der WM gewonnen, dabei hat der Nordire im Finale van Gerwen besiegt. Am Selbstvertrauen mangelt es Superchin nicht.

Raymond van Barneveld

Der 51-Jährige Niederländer spielt nur noch wenige Turniere. Deswegen ist er in der Weltrangliste auch auf Platz 17 zurückgefallen. Aber mit dem fünffachen Weltmeister ist im Ally Pally immer zu rechnen, auch wenn er eine schwache Saison gespielt hat. Vor ein paar Wochen hat er angekündigt, dass 2019 sein letztes Jahr auf der Tour wird. Er ist bei der vergangenen WM mit 4:5 im Viertelfinale gegen MVG rausgeflogen und könnte dieses Jahr wie schon erwähnt schon im Achtelfinale auf ihn treffen.

James Wade

The Machine hat in den letzten Jahren nicht mehr an vorige Erfolge anknüpfen können, dann aber dieses Jahr im Herbst aus dem Nichts zwei Major gewonnen, die EM und World Series of Darts. Der Engländer galt lange als bester Spieler, der nie Weltmeister geworden ist. Wade ist niemand, der regelmäßig Averages von über 100 Punkten spielt, aber sehr konstant zwischen 93 und 97. Und er ist extrem nervenstark, braucht im Normallfall nur wenige Chancen auf Doppel, auch unter Druck.

Gerwyn Price

Der Waliser ist so was wie der Bad Boy des Darts. Die Nummer 6 der Welt hat im November mit dem Grand Slam of Darts sein erstes Major gewonnen und sich dort im Finale auf der Bühne mit Gary Anderson angelegt. Der Ex-Rugbyspieler ist bekannt dafür, seine Aufnahmen während des Spiels lautstark zu feiern, gerne auch mal dicht am Gegner dran. Anderson kam damit nicht klar und beschwerte sich bei Price, den das aber wenig störte. In Führung liegend kam Anderson aus dem Tritt und musste sich am Ende geschlagen geben. Das Selbstvertrauen für eine erfolgreiche WM dürfte der Iceman haben.

Die Aussichten der Deutschen

Max Hopp

Deutschlands Nummer eins hat ein herausragendes Jahr gespielt, als erster Deutscher überhaupt ein PDC-Profi-Turnier gewonnen, am Ende wurden es sogar zwei. Er hat sich bis auf Platz 32 der Weltrangliste, Order of Merit, vorgespielt, ist also bei dieser WM gesetzt und steigt erst in der zweiten Runde ein – ebenso als erster Deutscher. Aber er hat eine ganz, ganz schwere Auslosung erwischt. Sollte er sein Zweitrundenspiel gewinnen, würde in Runde 3 wohl Michael van Gerwen waren. Aber auch in seiner ersten Partie wird es eine hohe Hürde für Hopp. Er trifft nämlich auf den Sieger der Partie von Danny Noppert und Royden Lam. Und dieser Danny Noppert ist eine ganz harte Nuss. Zwar ist der Niederländer nur auf Platz 47 in der Order of Merit. Aber die Geldrangliste der PDC läuft über 24 Monate – und Noppert ist erst seit diesem Januar dabei. Und wenn man das Preisgeld, was er dieses Jahr bisher gesammelt hat, im nächsten Jahr bestätigen würde, wäre er ein Top-20-Spieler. Der 27-Jährige hat vor dieser Saison bei der Konkurrenzorganisation BDO gespielt und war dort 2017 im WM-Finale. Noppie ist also eine harte Nummer. Vor ein paar Wochen erst war er im Halbfinale der Players Championship Finals, des letzten großen Turniers vor der WM.
Die deutsche Nummer eins hat also eine ganz schwere Auslosung erwischt. Gut möglich, dass der Maximiser nach einem Spiel raus ist.

Martin Schindler

The Wall hat ein gutes zweites Jahr auf der Profitour gespielt. Der 22-Jährige hat zwei Halbfinals erreicht und unter anderem auch MVG geschlagen. Er ist die Nummer 46 der Welt. In der ersten Runde trifft er auf Cody Harris. Der Neuseeländer ist kein großer Name, hat aber schon einige Achtungserfolge gefeiert. Letztes Jahr war er wie Schindler auch bei seiner WM und schied ebenso in der 1. Runde aus. Bei dieser Partie wird entscheidend sein, wer besser mit der größten aller Dartsbühnen zurechtkommt. Was das Spiel angeht, sehe ich ganz leichte Vorteile bei Schindler. In der 2. Runde würde der Überraschungssemifinalist es letzten Jahres, Jamie Lewis, warten. Der hat diese Saison nicht viel gerissen.

 

Gabriel Clemens

In seiner erster Saison ist Gaga vom Jahres-Average her der beste Deutsche. Allerdings brachte der 35-Jährige seine gutenmLeistungen vermehrt auf kleinen Turnieren. Auf der Pro Tour erreichte er ein Finale, das er trotz Matchdarts gegen Gary Anderson verlor.
Sein Gegner ist der Engländer Aden Kirk, der sich erst auf den letzten Drücker qualifiziert hat. Clemens geht als Favorit in die Partie. In Runde 2 könnte John Henderson warten, der ist die Nummer 23 der Welt,  hat aber dieses Jahr kaum Erfolge gefeiert. Die 3. Runde sollte für Clemens drin sein.

Robert Marijanovic

Robstar hat sich über die deutsche Super League qualifiziert. Von den vier Deutschen Teilnehmern ist er nominell der Schwächste, hat aber eine enorme Scoringpower. Sein Problem ist manchmal das Treffen der Doppel. Wenn er die genau anvisiert, sollte er gegen Richard North in Runde 1 nicht chancenlos sein. In Runde 2 würde Steve West wartet, ein Spieler der am guten Tag jeden schlägt, aber an einem nicht ganz guten auch echt schlagbar ist.

 

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