Michael „Mighty Mike“ van Gerwen wurde am 25. April 1989 in der niederländischen Stadt Boxtel geboren. Van Gerwen gehört nicht nur zur absoluten Weltelite des Sports, mit seiner Glatze und dem meist giftgrünem Hemd gehört der Schnellwerfer auch optisch zu den Highlights der Tour. Mighty Mike gilt als äußerst selbstbewusst und nervenstark. Van Gerwen hat nach langer Verlobungsphase seine Freundin Daphne geheiratet. Aufgewachsen in eher einfachen Verhältnissen versuchte sich der junge van Gerwen zunächst im Fußball (aufgrund seiner Körperfülle wurde er meist als Abwehrspieler eingesetzt), wo er nach eigener Aussage aber ebenso schlecht war wie später beim Judo. Auch in der Schule war sein Alltag nicht von Erfolgserlebnissen gekrönt. Auf die Hänseleien seiner Mitschüler antwortete er oft mit körperlicher Gewalt, um sich so „Respekt“ zu verschaffen. Richtige Anerkennung erfuhr er erst beim Darts. Im Alter von zwölf Jahren erhielt er über die Schule eine Einladung zu einem Darts-Jugendturnier. Er nahm an, obwohl er zuvor nur wenige Male zu Hause auf dem Board seines Vaters, der in einem Kneipenteam war, gespielt hatte. Van Gerwen brachte gleich einen Pokal mit nach Hause und war von da an vom Darts-Virus infiziert. Er spielte nun jeden Tag in einer naheliegenden Kneipe. Das nötige Kleingeld dazu verdiente er sich als Turnier- und Punktspielschreiber. Michael trainierte wie ein Besessener und wurde schnell besser. Bald gewann er so gut wie jedes Jugendturnier in Holland und erste, kleine Sponsoren wurden auf das Nachwuchstalent aufmerksam. Mehr erfahren

Mit 14 Jahren machte Mike (damals noch nicht Mighty) erstmals international auf sich aufmerksam, als er das Finale des Primus Master Youth erreichte. In den folgenden Jahren gewann der Holländer so gut wie jeden Jugendtitel, den man gewinnen kann, und sorgte zunehmend bei den Profis für Furore.

Mit 17 Jahren hatte Michael van Gerwen in der BDO die Winmau World Masters gewonnen (7:5 im Finale gegen Martins Adams) und vor laufender Kamera einen 9-Darter gespielt. Damit war Mighty Mike der jüngste Spieler, dem dies gelang. Nach diesen Erfolgen im Jahr 2006 galt der junge Niederländer natürlich als der künftige Superstar im Darts-Sport. Schnell kamen Spekulationen auf, dass er von der BDO zur PDC wechseln würde, was van Gerwen allerdings auf einer Pressekonferenz verneinte. Darüber hinaus lehnte der junge Niederländer eine Teilnahme an der PDC-Weltmeisterschaft ab, an der er als Erstplatzierter der niederländischen Darts-Rangliste hätte teilnehmen dürfen. 2007 ging van Gerwen als Favorit in die BDO-Weltmeisterschaft, verlor aber schon in der ersten Runde gegen Gary Robson. Einige Tage später wurde bekannt, dass er zusammen mit Jelle Klaasen und Vincent van der Voort zur PDC wechseln würde.

Van Gerwen brauchte einige Zeit, um in der PDC erste Erfolge zu verbuchen. Und es sollte ganze fünf Jahre dauern, bis van Gerwen die nötige Konstanz in sein Spiel bringen konnte, um dauerhaft sein riesiges Potenzial abrufen zu können und ganz oben in der Weltrangliste mitzumischen. Es dauerte fast zweieinhalb Jahre, bevor van Gerwen seinen ersten Titel auf der PDC-Tour holen konnte. Im April 2009 gewann er die Players Championship in Taunton, Im Finale besiegte er seinen besten Freund und Landsmann Vincent van der Voort.

2012 startete van Gerwen dann endlich auch in der PDC so richtig durch. Er konnte zunächst mehrere kleinere Titel gewinnen, bevor er im Oktober dann endgültig zu einem der Großen der PDC wurde, als er sich mit dem World Grand Prix seinen ersten Major-Titel sicherte (im Finale 6:4 gegen Mervyn King). Danach war Mighty Mike die Nummer acht der Welt. Inzwischen hatte der Niederländer sich mit seiner emotionalen Art und seinem rasanten, „Schnellfeuer-Wurfstil“ viele Fans auf der Tour erspielt. Regelmäßig kochte und kocht die die Stimmung in den Arenen schon, wenn er sich zu „Seven Nations Army“ von den White Stripes auf den Weg Richtung Bühne macht.

Zwei Monate später erreichte er das Finale der Weltmeisterschaft 2013 gegen Phil Taylor. Viele Experten sahen den Zeitpunkt der Wachablösung an der Spitze der PDC gekommen, doch van Gerwen zeigte im Spiel um den Thron Nerven. Trotz 4:2-Führung und einem guten Run verlor er noch mit 4:7 gegen die lebende Legende Phil Taylor. Im Halbfinale zuvor gegen James Wade spielte van Gerwen 17 perfekte Darts. Er verpasste die Double 12 zum Schluss und damit auch, der erste Spieler zu sein, der vor laufender Kamera zwei 9-Darter infolge spielte.

Das darauffolgende Jahr verfestigte der ehemalige Fliesenleger seine Ansprüche, die Nummer eins der Darts-Welt zu sein. Er konnte zahlreiche Turnier für sich entscheiden, darunter die Players Championship Finals und die Premier League. Die Premier League 2013 war die erste, in der Phil Taylor nicht als Führender der Gruppenphase ins Halbfinale ging. Den Platz an der Sonne musste er dem jungen Niederländer überlassen, ebenso wie den Sieg im Finale.

2014 sicherte sich Mighty Mike dann den Weltmeistertitel. Zum Aufeinandertreffen mit Phil „The Power“ Taylor kam es allerdings nicht. Taylor verlor bereits in Runde zwei überraschend gegen den Bully Boy Michael Smith. Nach Siegen gegen Zoran Lerchbacher, Kevin McDine, Gary Anderson, Mark Webster und einem 6:0-Whitewash gegen Adrian Lewis stand van Gerwen zum zweiten Mal hintereinander im Finale, wo er Peter „Snakebite“ Wright mit 7:5 besiegte. Van Gerwen war damit die neue Nummer eins der der Darts-Welt.

Nach einer erneut starken Saison 2014, in der van Gerwen seinen Status als klare Nummer eins der Welt zementierte, musste er sich bei der WM 2015 im Halbfinale (damals noch) etwas überraschend dem späteren Sieger Gary Anderson geschlagen geben.

2015 dann präsentiere sich van Gerwen stärker denn je und gewann fast alles, was man gewinnen konnte. Er gewann unter anderem auch den Grand Slam of Darts zum ersten Mal und hat somit jedes Major-Turnier mindestens einmal gewonnen.

Van Gerwen schien bereit, sich seinen zweiten WM-Titel zu holen, er galt überall als Topfavorit. Er verlor allerdings im Alexandria Palace in der Runde der letzten 16 in einem hochklassigen Match mit 3:4 gegen Raymond van Barneveld. Mighty Mike spielte in dieser Party mit 105,78 den höchsten Average, mit dem jemals ein Spieler bei einer WM ein Spiel verlor. Trotz seines grandiosen Jahres 2015 sagte van Gerwen unmittelbar nach der Partie, dass er alle Titel eingetauscht hätte, um sich wieder den WM-Titel zu holen.

In der Saison 2016 machte van Gerwen da weiter, wo er vor der WM aufgehört hatte. 25 Titel sammelte der Tourdominator in der Saison. Er gewann sowohl das Masters (11:6 gegen Dave Chisnall) als auch die Dutch Darts Master (6:2 gegen Daryl Gurney), die UK Open (11:4 gegen Peter Wright), die German Darts Masters (6:4 gegen Wright), die Gibraltar Darts Trophy (6:2 gegen Chisnall) und die Premier League (11:3 gegen Phil Taylor). Im zweiten Halbjahr gewann van Gerwen das World Matchplay (18:10 gegen Phil Taylor), den World Grand Prix (5:2 gegen Gary Anderson), die European Championship (11:1 gegen Suljovic), das World Series of Darts Final (11:9 gegen Wright), den Grand Slam (16:8 gegen Wade) und das Finale der Players Championship (11:3 gegen Chisnall). Kleinere Turniere fehlen in der Aufzählung bewusst. In der vierten Woche der Premier League spielte er beim 7:1 gegen Michael Smith mit 123,40 den höchsten 3-Dart-Average, der je vor laufenden Kameras gespielt wurde.

Bei der WM 2017 setzte van Gerwen der Saison die Krone auf. Mighty Mike dominierte alle Spiele klar, obwohl er teils auf heftige Gegenwehr stieß. Zum Auftakt siegte die Nummer eins der Welt mit 3:0 gegen den finnischen Qualifikanten Kim Viljanen. MVG spielte dabei einen 3-Dart-Average von 103,34 – es sollte sein schwächster Punkteschnitt der WM bleiben. Gegen einen groß aufspielenden Cristo Reyes gewann van Gerwen in Runde zwei mit 4:2, bevor es im Achtelfinale ein 4:1 gegen Darren Webster gab. In der Runde der letzten acht ließ MVG dem Nordiren Daryl Gurney beim 5:1 keine Chance. Im Semifinale gab es dann zum Duell mit Raymond van Barneveld, der ihm zwölf Monate zuvor im Ally Pally eine bittere Niederlage beigebracht hatte. In einem der hochklassigsten Matches der WM-Geschichte siegte van Gerwen mit 6:2 und stellte dabei mit einem Average von 114,05 einen neuen WM-Rekord auf. Van Barneveld spielte so gut wie seit Jahren nicht mehr – und war am Ende doch chancenlos. Ähnlich erging es Gary Anderson im Finale. Der Titelverteidiger spielte stark, konnte aber nur bis zum 2:2 in den Sätzen mithalten, da der Niederländer fast außerirdisch gut spielte. Am Ende krönte Michael van Gerwen sich nach einem ungefährdeten 7:3-Erfolg zum zweiten Mal zum Weltmeister.

Die Saison 2017 endete so wie die letzte aufhörte – Michael van Gerwen gewann mit dem Masters gleich das erste Major der Saison. Nach einem 10:6 in Runde eins gegen Simon Whitlock, besiegte die Nummer eins der Welt im Viertelfinale Mensur Suljovic bei dessen Masters-Debüt locker mit 10:4. Im Semifinale hatte dann auch Adrian Lewis beim 5:10 nicht den Hauch einer Chance. Aber wie schon bei der WM hatte Mighty Mike sich seine beste Performance fürs Finale aufgespart. Van Gerwen hatte zwar auch in seinen drei Partien zuvor jeweils einen Average von über 100 Punkten, im Endspiel legte er mit 109,42 aber noch mal einen drauf. Am Ende gewann er ungefährdet mit 11:7.

Beim UK Open Qualifier in Wigan spielte MVG gegen den Schotten Ryan Murray gleich zwei 9-Darter in einem Spiel, das war vorher nur Phil Taylor gelungen. Der Niederländer gewann das Turnier später auch, schlug im Finale Gary Anderson mit 6:3. Die UK Open selbst musste van Gerwen aber wegen einer Verletzung absagen.

Mighty Mike gewann die German Darts Masters, den European Matchplay, die Shanghai und die US Masters ebenso wie die Premier League. Bei letzterer stand er allerdings im Finale am Rande einer Niederlage. Aber Peter Wright ließ ganze sechs Matchdarts ungenutzt, sodass MVG sich den Titel am Ende doch wieder holte. Außerdem siegte der Niederländer noch zusammen mit Raymond van Barneveld beim World Cup of Darts. Im Finale schlugen die beiden Wales mit 3:1.

Beim World Matchplay erlebte die Nummer eins der Welt eine bittere Viertelfinalniederlage gegen Phil Taylor. Während des Spiels wurde van Gerwen konsequent von den Fans in Blackpool ausgepfiffen, was seine Performance sichtbar beeinflusste. Er traf nur 22 % seiner Versuche auf die Doppelfelder und verlor am Ende klar mit 6:16.

Sven Scharf

 

 

Michael „Mighty Mike“ van Gerwen

Informationen & Statistiken

Name van Gerwen
Vorname Michael
Spitzname Mighty Mike
Land Niederlande
Geburtsdatum 25.04.1989
Geburtsort Boxtel / Niederlande
Familie verheiratet 
vorher ausgeübter Beruf Fliesenleger
PDC-Rang 1
beste PDC-WM-Platzierung Weltmeister 2014
Darts / Ausrüster 23g Mighty Mike / XQ-Max Darts
Einlaufmusik Gruppe The White Stripes
Einlaufmusik Titel Seven Nation Army

Kontakt

 

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