Der Traum von Jamie Lewis ist ausgeträumt, der von Phil Taylor geht weiter. In einem knapperen Spiel als das Ergebnis vermuten lässt, schlägt „The Power“ seinen 31 Jahre jüngeren Konkurrenten mit 6:1 und zieht somit bei seiner 29. Weltmeisterschaft zum 21. Mal ins Endspiel ein. Im zweiten Halbfinale siegte Rob Cross in einer Nervenschlacht gegen Michael van Gerwen mit 6:5 im Sudden-Death-Leg und steht nun in seinem ersten Profijahr im WM-Finale.

 

Phil Taylor 6:1 Jamie Lewis (2:3, 3:2, 3:2, 3:2, 3:1, 3:2, 3:2)

Taylor startete gut in die Partie, ließ dann aber nach zwei Legs auf einmal nach, traf nur noch wenig Triple. Lewis hingegen brauchte etwas, um auf der Bühne anzukommen, gewann dann aber drei Legs in Folge zum Satzgewinn.

Die nächsten drei Sätze waren ausgeglichen, gingen allerdings alle an Taylor. Obwohl Lewis in jedem der Durchgänge Darts auf Doppel hatte, sah er sich einem 1:3-Rückstand gegenüber. Davon erholte sich „Fireball nicht mehr. Zwar hatte der Waliser auch in einem weiteren Satz noch Setdarts, aber er muss sich am Ende mit 1:6 geschlagen geben, weil Taylor in den entscheidenden Momenten da war – und Lewis nicht.

Rob Cross 6:5 Michael van Gerwen (3:2, 2:3, 3:1, 2:3, 3:2, 0:3, 3:1, 0:3, 2:3, 3:1, 6:5)

Das Duell war über die gesamte Laufzeit ausgeglichen, auch wenn MVG immer wieder Schwächen auf die Doppelfelder zeigte. Cross hingegen zeigte starke Check-outs in brenzligen Situationen, so auch im entscheidenden Leg des fünften Satzes, als Cross ein 161er-Finish auspackte, während MVG nach neun geworfenen Darts bei 81 Rest wartete.
Bis zum 4:4 gewann jeweils der Spieler den Satz, der die ungeraden Legs beginnen durfte.

Im neunten Durchgang lag „Voltage“ mit 2:0 vorne und hatte den Anwurf zum 5:4 in den Sätzen. Zu diesem kritischen Zeitpunkt zeigte „Mighty Mike“ seine ganze Klasse, breakte zum 1:2 und warf dann einen 11- und einem 12-Darter zur 5:4-Satzführung. Alles schien bereit für den erneuten Finaleinzug des Mannes, der Anfang Oktober das letzte Mal ein Spiel verloren hatte. Plötzlich aber zeigte van Gerwen Nerven, vergab im zehnten Satz zehn Darts auf Doppel und musste diesen mit 1:3 abgeben.

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Es entwickelte sich eine Nervenschlacht. Van Gerwen schaffte sofort das Break und sah sich wieder auf der Siegerstraße. Dann aber vergab er bei eigenem Anwurf vier Darts und Doppel und musste das direkte Rebreak hinnehmen. Die nächsten drei Legs gingen mit dem Anwurf. Beim Stand von 3:2 vergab Cross dann einen Matchdart aufs Bulls Eye, bevor van Gerwen zum 3:3 ausglich. Dann schaffte der Niederländer das erneute Break zum 5:4. Aber die Nummer eins der Welt zeigte wieder Nerven und vergab unglaubliche fünf Matchdarts, bevor Cross sich das Rebreak sicherte.

Das Ausbullen musste entscheiden, wer das Sudden-Death-Leg beginnen durfte. Cross gewann und hatte somit den Vorteil des Anwurfs. „Voltage“ verpasste ein 140er-Finish knapp und damit seinen zweiten Matchdart. „Mighty Mike“ war dran und vergab bei 108 Rest eine sechste Siegchance. Dann trat Cross ein letztes Mal an den Oche und sicherte sich den Sieg mit der Doppel 8.

Am Ende hatte van Gerwen mehr Maxima geworfen (16 zu 15), einen besseren Punkteschnitt pro Aufnahme (102,44 zu 100,97), aber die schwächere Doppelquote (31,76 zu 38,03 Prozent). Somit bewahrheitete sich wieder einmal die alte Darts-Weisheit „Triple is funny, Double makes the money.“

Im Finale trifft Cross nun auf Taylor. Kann der Altmeister noch mal bei einer WM triumphieren? Oder gibt es am Neujahrstag schon die von Taylor prophezeite Wachablösung? Vor einigen Tagen sagte „The Power“ in einem Interview mit der Professional Darts Corporation (PDC), dass Rob Cross der neue Phil Taylor werden könne. Und der 57-Jährige scheint schon im November geahnt zu haben, was am 1. Januar 2018 passiert.

Cross sagte nach dem Spiel: „Beim Grand Slam traf ich Taylor das erste Mal und er sagte zu mir, dass wir uns im WM-Finale sehen.“
Ob Taylor auch schon wusste, wie das Finale ausgehen wird, ist nicht bekannt. Wird der Rekordweltmeister seine einzigartige Karriere perfekt beenden oder gewinnt der Debütant gleich den Titel? Wie auch immer das Spiel ausgeht, Cross hat jetzt schon Geschichte geschrieben und wird nach der WM mindestens die neue Nummer sechs der Welt sein. Als Weltmeister wäre er auf Rang drei.

 

 

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